Verdi ruft Krankenhaus-Beschäftigt zu Warnstreiks auf

Von dpa 07.07.2021, 17:44
Ein Verdi-Plakat mit der Aufschrift „Warnstreik“ hängt vor der Charité.
Ein Verdi-Plakat mit der Aufschrift „Warnstreik“ hängt vor der Charité. Christoph Soeder/dpa/Archivbild

Berlin - Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte der Berliner Krankenhausunternehmen Vivantes und Charité für Donnerstag und Freitag zu jeweils ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. „Die Beschäftigten von Charité und Vivantes sind bereit, für einen Tarifvertrag Entlastung zu kämpfen“, teilte Fachbereichsleiterin Meike Jäger am Mittwoch mit. „Mit diesem Warnstreik werden sie deutlich machen, dass es ihnen sehr ernst damit ist.“ Die Krankenversorgung werde durch die Aktionen kaum eingeschränkt, betonte die Gewerkschaft. Es sei nicht davon auszugehen, dass Operationen verschoben werden.

An den Kliniken laufen derzeit zwei Tarifauseinandersetzungen. Schon länger gibt es Verhandlungen für die Tochterunternehmen der beiden Kliniken, bei denen etwa Reinigungskräfte oder Techniker angestellt sind. Sie fordern einen Abschluss in Höhe des Öffentlichen Diensts. Hier hat es auch schon mehrere Warnstreikaktionen gegeben.

Hinzu kommen nun die Direktangestellten bei den Unternehmen, hauptsächlich Pflegerinnen und Pfleger. Ihnen geht es um eine Mindestpersonalausstattung für ihre Bereiche und um eine Form von Belastungsausgleich. Hier hat es laut Verdi bislang noch keine Verhandlungen gegeben. Nicht aufgerufen sind hingegen Ärzte, Verwaltungsangestellte sowie Beschäftigte der Fakultät.

Am Freitag sollen sich Hunderte Beschäftigte An der Alten Försterei zu Protestaktionen treffen, dem Stadion des Fußball-Bundesligisten Union Berlin. Der Verein hatte seine Heimstätte für die Aktion zur Verfügung gestellt. „Das ist ein tolles Zeichen der Solidarität mit den Beschäftigten der öffentlichen Krankenhäuser, die jeden Tag alles dafür geben, die Menschen in der Stadt bestmöglich zu versorgen“, teilte Verdi mit.

Die Arbeitgeberseite kritisierte die Ankündigung am Mittwoch. Für die Tochterunternehmen sei bei der Verhandlungsrunde am Dienstag ein Schlichtungsverfahren angeboten worden. „Vor diesem Hintergrund bedauern wir die Ablehnung dieses Vorgehens und kritisieren den angekündigten zweitägigen Warnstreik“, teilte die Verhandlungsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands, Anke Stier, mit.