Extremismus

Verfassungsschutz: Der 11. September 2001 war eine Zäsur

Der sächsische Verfassungsschutz misst der Beobachtung des Islamismus einen hohen Stellenwert bei. Eine abstrakte Gefahr durch Anschläge bestehe jederzeit und überall.

Von dpa
Feuer und Rauchschwaden sind am Nordturm des World Trade Centers zu sehen.
Feuer und Rauchschwaden sind am Nordturm des World Trade Centers zu sehen. David Karp/AP/dpa

Dresden - 20 Jahre nach den Terroranschlägen des 11. September in den USA bleibt die Beobachtung des Islamismus auch in Sachsen ein Schwerpunkt des Verfassungsschutzes. Es herrsche eine anhaltend hohe „abstrakte Gefährdungslage“, insbesondere durch radikalisierte Einzeltäter, teilte eine Sprecherin des Landesamtes in Dresden mit. Anschläge von Einzeltätern können jederzeit an jedem Ort der Bundesrepublik stattfinden. Daher lasse sich nicht sagen, ob die abstrakte Gefahr in Sachsen höher oder niedriger einzuschätzen sei als anderswo.

Der 11. September 2001 sei eine Zäsur beim Verfassungsschutz gewesen. Nach den Anschlägen auf das World Trade Center und andere Ziele sei das Personal aufgestockt worden. Es seien auch in Sachsen gezielt Islamwissenschaftler eingestellt worden. Zudem beteiligte sich der Freistaat am 2004 gegründeten Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum in Berlin. Dort werden Erkenntnisse zum Islamismus gesammelt und ausgetauscht.

Im Bundesvergleich gibt es in Sachsen laut Verfassungsschutz relativ wenige Islamisten. Der Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2019 geht von rund 500 aus. Bundesweit lag die Zahl bei rund 28 000. In den vergangenen Jahren sei die bekannte Anzahl in Sachsen „moderat“ gestiegen. Die höhere Zahl führt das Landesamt allerdings auf eine intensivere Aufklärung und verbesserte Erkenntnisse zurück. Der Begriff des Islamismus bezeichnet aus Sicht der Verfassungsschützer „eine religiös motivierte Form des politischen Extremismus'“.