Prozess

Vermisster Junge war zweieinhalb Jahre im Schrank versteckt: Urteil im Missbrauchsprozess erwartet

Ein 46-jähriger Mann aus Recklinghausen soll einen Jungen zweieinhalb Jahre lang in seiner Wohnung versteckt und Hunderte Male sexuell missbraucht haben. Jetzt drohen ihm Haft und Sicherungsverwahrung.

02.09.2021, 09:28
Ein Angeklagter sitzt zu Beginn seines Prozesses mit einem Aktenmappe vor dem Gesicht im Landgericht im Gerichtssaal. Im Dezember 2019 hatte die Polizei in einem Schrank des Mannes aus Recklinghausen zufällig einen zweieinhalb Jahre lang vermissten Jungen entdeckt. Laut Staatsanwaltschaft war der anfangs 13-Jährige über 400 Mal sexuell missbraucht worden. Am 02.09.2021 wollen die Richter am Bochumer Landgericht das Urteil sprechen.
Ein Angeklagter sitzt zu Beginn seines Prozesses mit einem Aktenmappe vor dem Gesicht im Landgericht im Gerichtssaal. Im Dezember 2019 hatte die Polizei in einem Schrank des Mannes aus Recklinghausen zufällig einen zweieinhalb Jahre lang vermissten Jungen entdeckt. Laut Staatsanwaltschaft war der anfangs 13-Jährige über 400 Mal sexuell missbraucht worden. Am 02.09.2021 wollen die Richter am Bochumer Landgericht das Urteil sprechen. Foto: Marcel Kusch/dpa

Bochum (dpa) - Ein Prozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch eines Jungen soll am Donnerstag (12 Uhr) am Bochumer Landgericht zu Ende gehen.

Der anfangs 13 Jahre alte Schüler war Mitte 2017 spurlos verschwunden. Er wurde erst zweieinhalb Jahre später zufällig in einem Kleiderschrank entdeckt - als Polizisten die Wohnung eines Mannes wegen Kinderpornografie in Recklinghausen durchsuchten.

Ein Polizist steht im Flur eines Mehrfamilienhauses, in dem zuvor Durchsuchungen stattgefunden haben. Im Dezember 2019 hatte die Polizei im Schrank eines Mannes aus Recklinghausen zufällig einen zweieinhalb Jahre lang vermissten Jungen entdeckt.
Ein Polizist steht im Flur eines Mehrfamilienhauses, in dem zuvor Durchsuchungen stattgefunden haben. Im Dezember 2019 hatte die Polizei im Schrank eines Mannes aus Recklinghausen zufällig einen zweieinhalb Jahre lang vermissten Jungen entdeckt.
Foto: Marcel Kusch /dpa

Der 46-jährige Deutsche hat im Prozess sexuelle Handlungen mit dem Jungen eingeräumt. Die Initiative sei aber nicht von ihm ausgegangen, sagte der Angeklagte. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Nebenklage haben lange Haftstrafen und die anschließende Unterbringung des Mannes in der Sicherungsverwahrung beantragt.