Verwaltungsgericht verhandelt Klagen zur Wasserentnahme

Hamburg wird mit Millionen Kubikmeter Wasser jährlich aus der Nordheide beliefert. Der Landkreis Harburg muss dies genehmigen. Umweltschützer warnen vor Austrocknung. Nun geht die wasserrechtliche Erlaubnis vor Gericht.

Von dpa
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts.
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Lüneburg - Der Streit um die ökologischen Folgen der Grundwasserentnahme in der Nordheide schwelt seit Jahrzehnten. Das Lüneburger Verwaltungsgericht verhandelt vom 6. Oktober an über sechs Klagen. Die Hamburger Wasserwerke GmbH wenden sich in dem Verfahren gegen die 2019 für 30 Jahre erteilte gehobene Erlaubnis im Landkreis Harburg und möchten erreichen, dass die Bewilligung schwieriger zu widerrufen ist. „Die Wasserwerke wollen eine geänderte Gestattungsform“, sagte eine Gerichtssprecherin.

Bis 2004 wurden mehr als 25 Millionen Kubikmeter pro Jahr gefördert. Danach gab es nur einen vorläufigen Zwischenbescheid als Grundlage. Der neue Antrag beläuft sich auf eine maximale Jahresmenge von 18,4 Millionen Kubikmetern. Der Kreis Harburg genehmigte eine durchschnittliche jährliche Wasserentnahme von 16,1 Millionen Kubikmetern. Höhere jährliche Wassermengen sind bis maximal 18,4 Millionen Kubikmeter pro Jahr möglich. Diese müssten dann jedoch durch niedrigere Mengen in anderen Jahren ausgeglichen werden, erklärte ein Sprecher des Kreises.

Die fünf weiteren Klagen - darunter der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU) - richten sich gegen die umfangreiche Erlaubnis. Eigentümer landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Flächen gehören auch zu dem Kreis. Im Kern geht es darum, dass die Hamburger Wasserbelieferung zur Austrocknung von Bächen und Flüsschen in der Heide im Landkreis Harburg führen könnte. Vor dem Hintergrund von Klimaveränderungen und der besonders trockenen vergangenen Sommer werden immer mehr kritische Stimmen laut. Die Wasserwerke und andere Gutachter argumentieren, dass die Wasserreservoirs durch Niederschläge wieder aufgefüllt würden.

Am 6., 7. und 8. Oktober sind jeweils mit Beginn um 09.15 Uhr drei Verhandlungstage in der Ritterakademie angekündigt.