Bund-Länder-Treffen

Vor Corona-Gipfel am Freitag: Erste Beschlussvorlage zu neuen Regeln ist schon da

Am Freitag wollen die Gesundheitsminister der 16 Bundesländer über weitere Regelanpassungen beraten. Bereits jetzt dringt nach außen, welche Corona-Regeln künftig gelten sollen.

Aktualisiert: 05.01.2022, 16:58
Eine Labormitarbeiterin bereitet einen PCR-Test vor.
Eine Labormitarbeiterin bereitet einen PCR-Test vor. (Foto: dpa/symbol)

Berlin/DUR/mad/dpa - Noch bevor die Vertreter von Bund und Ländern am kommenden Freitag bei einem Corona-Gipfel über das weitere Vorgehen beraten, gibt es am Mittwoch offenbar bereits eine erste Beschlussvorlage.

Bei den darin vorgeschlagenen Regelanpassungen soll es laut Bild-Bericht vorrangig um die Verkürzung der bisher geltenden Quarantäneregeln gehen. Angesichts der deutlich ansteckenderen Omikron-Variante und möglicherweise vermehrten Ausfällen von Personal wichtiger Arbeitsbereiche, soll ein bevorstehender Zusammenbruch des Landes verhindert werden.

Die folgenden Maßnahmen wollen Bund und Länder anpassen:

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat den Ländern am Mittwoch ein Konzept vorgestellt, das zusammen mit dem RKI als Grundlage erarbeitet worden sei. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, zuvor hatten die „Bild“-Zeitung und der „Spiegel“ darüber berichtet.

Für die allgemeine Bevölkerung soll demnach gelten, dass man nach sieben Tagen aus einer Quarantäne nach Kontakt zu Infizierten oder aus einer Isolation wegen einer eigenen Infektion heraus kann. Bedingung ist aber ein anschließender negativer PCR-Test oder ein „hochwertiger“ Antigen-Schnelltest. Nach zehn Tagen soll die Absonderung auch ohne Test enden.

Für Beschäftigte der kritischen Infrastruktur etwa auch in Kliniken und Pflegeheimen soll gelten: Kontaktpersonen können nach fünf Tagen mit obligatorischem PCR-Test aus der Quarantäne heraus, Erkrankte nach sieben Tagen ebenfalls nur mit PCR-Test aus der Isolation. Generelle Bedingung soll demnach zusätzlich sein, dass man zuvor mindestens 48 Stunden frei von Krankheitssymptomen war.

Kinder, die in Schulen oder Horten als Kontaktpersonen eingestuft werden, sollen sich nach fünf Tagen mit anschließendem PCR-Test oder hochwertigem Antigentest „freitesten“ können. Dabei wird darauf hingewiesen, dass in Schulen Schutzmasken empfohlen werden.

Der Vorschlag sieht außerdem Ausnahmen von der Quarantäne als Kontaktperson vor: unter anderem für „Geboosterte“ mit einer Karenzzeit von sieben Tagen nach der dritten Impfung - und „frisch“ Doppelt-Geimpfte, deren zweite Spritze weniger als zwei Monate zurückliegt. Für sie soll die Ausnahme nach einer Karenzzeit von 14 Tagen nach der letzten Impfung greifen.

Die bisherige Unterscheidung zwischen schon dominierenden Virusformen und neuen „besorgniserregenden“ Varianten soll entfallen - bisher gab es etwa für Omikron strengere Vorgaben.