Vorbehalte gegen Impfungen für Kinder in Schulen

Von dpa
Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze.
Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Düsseldorf - Kinderärzte haben vor einer Pflicht zur Corona-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche gewarnt. Kinderärzte seien in großer Sorge, dass Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) eine „Impfpflicht durch die Hintertür“ einführen wolle und eine Immunisierung in den Schulen stattfinden solle. Das sagte der Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Axel Gerschlauer, der „Rheinischen Post“ (Mittwochausgabe). Auch wenn ein Schock als Impfreaktion sehr selten sei, wolle man einen solchen Vorfall keinesfalls in der Schule erleben. Eine Impfung dürfe nicht zur Voraussetzung für einen Schulbesuch werden.

Karliczek hatte einen Fahrplan für Impfungen von Heranwachsenden ab zwölf Jahren und ein Impfangebot für alle möglichst bis zum Beginn des kommenden Schuljahres verlangt. Der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft VBE in Nordrhein-Westfalen, Stefan Behlau, sagte der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch): „Schulimpfungen mögen sich gut anhören, aber der Aufwand darf nicht unterschätzt werden.“ Bei Kindern und Jugendlichen müssten Informationen, Beratung und Abläufe besonders verantwortungsvoll und unter Einbeziehung der Eltern organisiert werden. Die Immunisierung könne in den Impfzentren erfolgen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufolge kommt für minderjährige Schüler derzeit nur das Vakzin von Biontech infrage, dafür müssten Impfdosen reserviert werden. Die EU-Arzneimittelbehörde will über eine Zulassung des Biontech-Präparats für Kinder ab zwölf Jahren noch im Mai entscheiden. Der Hausärzteverband Nordrhein forderte in der „RP“, Erwachsenen bei knappen Liefermengen Impf-Vorrang vor Kindern einzuräumen, die bei Corona-Erkrankungen meist geringe Symptome zeigten.