Wattenmeer-Anrainer wollen Lebensraum von Zugvögeln sichern

Von dpa
Ein Schild mit der Aufschrift „Nationalpark“ steht vor der Dünenlandschaft am Ostende der Insel Norderney.
Ein Schild mit der Aufschrift „Nationalpark“ steht vor der Dünenlandschaft am Ostende der Insel Norderney. Hauke-Christian Dittrich/dpa/ASymbolbild

Wilhelmshaven - Die Wattenmeer-Anrainerländer wollen künftig die Herausforderungen des Klimawandels beim Schutz von Zugvögeln stärker in den Blick nehmen. Der Klimawandel verändere die Lebensraum-Ansprüche unterschiedlicher Vogelarten, erklärte der Leiter des niedersächsischen Nationalparks Wattenmeer, Peter Südbeck, am Donnerstag in Wilhelmshaven. Durch den steigenden Meeresspiegel und steigende Temperaturen könne es im Wattenmeer aber auch in den Brut- und Überwinterungsgebieten der Vögel zu Veränderungen im Nahrungsangebot kommen.

Dies wiederum könne Verschiebungen bei der Verweildauer der Tiere sowie bei der Zug- und Aufzuchtperiode verursachen.

Das Wattenmeer vor den Küsten Dänemarks, Deutschlands und den Niederlanden gilt als Drehscheibe des ostatlantischen Vogelzuges. In dem von der Unesco anerkannten Feuchtgebiet fressen sich Millionen Vögel Nahrungsreserven für ihren Weiterflug zwischen Afrika und Arktis an. Für den Erhalt des Wattenmeeres arbeiten die Anrainerstaaten seit 1978 zusammen.

Um den Schutz der Zugvögel zu sichern, wollen die Anrainerstaaten ihre gemeinsame Zugvogel-Initiative (Englisch: Wadden Sea Flyway Initiative), die 2012 gestartet wurde, fortführen. Vertreter des Gemeinsamen trilateralen Wattenmeersekretariats und des niedersächsischen Nationalparks Wattenmeer zogen am Donnerstag anlässlich des jährlichen Wattenmeertages in Wilhelmshaven eine positive Zwischenbilanz dieses Kooperationsprojektes.

Durch die Initiative sei in den vergangenen Jahren eine viel bessere Datengrundlage für den ostatlantischen Vogelzug geschaffen worden, erklärte Südbeck. Mithilfe von Schulungen, die von der Initiative ausgingen, gebe es mittlerweile rund 10.000 Zählerinnen und Zähler in rund 30 Staaten in Europa und Afrika. Durch die so gewonnenen Daten könnten Veränderungen bei Populationen besser verfolgt werden.