Weitere 130 Hektar ehemalige Militärflächen zivil genutzt

Von dpa
Katrin Lange (SPD) spricht im Landtag.
Katrin Lange (SPD) spricht im Landtag. Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Potsdam - Für weitere 130 Hektar einstige Militärflächen in Brandenburg gibt es eine zivile Zukunft. Die Areale - einst genutzt von der Westgruppe der sowjetischen Truppen (WGT) - seien an Kommunen, den Landesbetrieb Forst und Gewerbetreibende übergeben worden, teilte das Finanzministerium am Freitag zum Auftakt des Konversionssommers in Falkenberg-Lönnewitz (Landkreis Elbe-Elster) mit.

Die Flächen werden vom Brandenburger Forum für Konversion und Stadtentwicklung gemeinsam mit der Brandenburgischen Boden Gesellschaft (BBG) vermarktet. Seit 1998 sind im Rahmen des Konversionssommers bis zum Oktober Veranstaltungen zum Thema der Umwandlung ehemaliger Militärareale geplant, wie Führungen durch die ehemalige Kaserne in Krampnitz in Potsdam oder auf freigegebenen Wegen des früheren Bombodroms in der Kyritz-Ruppiner Heide.

„Es sind keine Filetstücke mehr, die noch auf eine neue Bestimmung warten“, sagte Finanzministerin Katrin Lange (SPD). Oft gebe es dort eine hohe Belastung mit Munition und Schadstoffen. Wichtiger als der Erlös für das Land sei, dass Flächen saniert werden.

Zwei der 20 Flächen gingen unentgeltlich an Kommunen. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin baut auf einer Teilfläche der ehemaligen Panzerkaserne Neuruppin eine Schule mit sonderpädagogischem Schwerpunkt. Auch die Stadt Oranienburg plant eine neue Grundschule mit Sporthalle auf einer Ex-Militärfläche. 87 der 130 Hektar hat der Landesbetrieb Forst Brandenburg übernommen. Auf dem ehemaligen Flugplatz Neuruppin ziehen in Hangars Gewerbetreibende.

In Brandenburg liegen mit rund 235.000 Hektar so viele ehemals militärisch genutzte Flächen wie in keinem anderen Bundesland. 1994 hatte das Land rund 100.000 Hektar Liegenschaften übernommen. Für über 90.000 Hektar fanden sich bereits zivile Nutzer. Investitionen von über 1,1 Milliarden Euro konnten vereinbart werden.