Weitere Terror-Anklage gegen Hildesheimer Moschee-Besucher

Von dpa
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Celle - Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat ein mutmaßliches Mitglied der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) angeklagt, das sich im Umfeld des IS-Deutschland-Chefs Abu Walaa radikalisiert haben soll. Der 26-Jährige soll vor seiner Ausreise nach Syrien im August 2015 regelmäßig die Moschee des inzwischen verbotenen Vereins „Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim“ besucht haben, wie die Anklagebehörde am Montag mitteilte. Der junge Mann soll dort an Ramadan-Seminaren des Anfang des Jahres zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilten Predigers Abu Walaa teilgenommen haben.

Die Anklage wirft dem 26-Jährigen vor, sich in Syrien bis mindestens Januar 2016 der Terrormiliz angeschlossen zu haben. In einem militärischen Trainingslager habe er den Umgang mit Waffen, Sprengstoffen und Kampftechniken erlernt, heißt es. Danach soll er einer Eliteeinheit des IS angehört haben, um am bewaffneten Kampf vor allem durch Anschläge oder Attentate inner- und außerhalb Syriens teilzunehmen. Dies belegen laut Anklage Aufnahmen, Urkunden und Zeugenaussagen.

Bereits im Juni 2016 kehrte der Mann nach Deutschland zurück. Weil seine mutmaßliche IS-Zugehörigkeit erst später bekannt geworden und die Ermittlungen umfangreich gewesen seien, komme es erst jetzt zur Anklage, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Der Mann befindet sich aber weiterhin auf freiem Fuß.