Weiterer Kriegsverlust für Görlitzer Museum zurückerworben

Von dpa

Görlitz - Nach 76 Jahren ist das Gemälde „Stillleben mit Äpfeln, Kürbis und Flasche“ des Dresdner Malers Bernhard Kretzschmar (1889-1972) wieder im Kulturhistorischen Museum Görlitz ausgestellt. Das 1917 geschaffene Werk konnte nach Angaben der Landesstelle für Museumswesen vom Donnerstag mit finanzieller Hilfe des Freistaates zurückgekauft werden. Es war im Zweiten Weltkrieg ausgelagert, galt seitdem als verschollen und wurde 2020 im Kunsthandel entdeckt.

Der aus Döbeln stammende Kretzschmar studierte unter anderem an der Dresdner Kunstakademie, war Meisterschüler bei Carl Bantzer und Gründungsmitglied der „Gruppe 17“, der auch Conrad Felixmüller angehörte. Unter den Nazis wurden Kretzschmars Arbeiten als „entartet“ beschlagnahmt, bei der Bombardierung der Elbestadt im Februar 1945 der Großteil seines Werkes zerstört.

Schon in der Vergangenheit gelangen mehrfach Rückerwerbungen wichtiger Werke, die als verloren galten und im Kunsthandel wieder auftauchten. Ende des Zweiten Weltkrieges gingen zahlreiche Objekte aus den Beständen der Görlitzer Sammlungen verloren, viele davon sind noch immer verschollen.