Gesundheit

Weiterer Protest gegen Schließung von Frühchenstationen

Von dpa

Neubrandenburg - An der Mecklenburgischen Seenplatte formiert sich weiterer Protest gegen die drohende Schließung von zwei der vier Frühchenstationen an Krankenhäusern Mecklenburg-Vorpommerns. Mitarbeiter des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums sammelten im Zentrum Neubrandenburgs am Samstag mehrere tausend Protestunterschriften. Vertreter mehrerer demokratischer Parteien, die Wahlkampfstände auf dem Markt hatten, schlossen sich der Forderung nach Erhalt der Perinatalzentren an - darunter auch der CDU-Landesvorsitzende Michael Sack.

Hintergrund ist ein Bundestagsbeschluss vom Frühsommer 2021, wonach solche Perinatalzentren ab 2024 nur noch bei mindestens 25 Fällen pro Jahr betrieben werden sollen. Diese erreichen das Klinikum in Neubrandenburg und die Uni-Klinik in Greifswald nicht, hatten Sprecher beider Häuser bereits erklärt. Bisher lag die Grenze bei 14 Frühchen im Jahr. Als solche gelten Kinder, die bei der zu frühen Geburt weniger als 1250 Gramm wiegen.

Damit müssten betroffene Familien nach Berlin, Rostock oder Schwerin ausweichen, was keiner wolle, hieß es. Solche Regelungen für Regionen wie den Osten Mecklenburg-Vorpommerns zu erlassen, sei lebensfremd, hatte auch schon der Kreistag Mecklenburgische Seenplatte erklärt und einen Protestbrief nach Berlin gesandt.