Zu viele Waschbären in Berlin: Müllvermeidung statt Jagd

Von dpa 06.07.2021, 13:51
Ein Waschbär auf Futtersuche.
Ein Waschbär auf Futtersuche. Ingolf König-Jablonski/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Berlin - Waschbären haben sich als Tierart in Berlin inzwischen fest etabliert und sollen wegen ihrer großen Anzahl zurückgedrängt werden. „In urbanen Bereichen leben Waschbären in einer deutlich höheren Dichte als in naturnahen Gebieten“, antwortete der Senat auf eine Anfrage der AfD zur Verbreitung von Waschbären in der Hauptstadt. Gründe seien das gute Nahrungsangebot und die vielen Verstecke in der Stadt. Genaue Zahlen zur Verbreitung lägen zwar nicht vor. Allerdings solle „die Dichte der Waschbären im Stadtgebiet wieder verringert werden“, auch um andere Tierarten zu schützen.

Eine gezielte Jagd der vor Jahrzehnten eingewanderten Tiere sei in Berlin aber nicht möglich und sinnvoll, so der Senat. Es gehe eher um „Müllvermeidung in Parks und Wäldern sowie die Durchführung von Schutzmaßnahmen am Haus und im Garten“. Waschbären seien Allesfresser, die in der Stadt vor allem Nahrungsreste aus Mülleimern suchen und auch Kompostanlagen ansteuern.

In diesem Jahr startete der Senat das Pilotprojekt „Waschbär-Vor-Ort-Beratung“. Eine „Waschbärexpertin“ besucht Hausbesitzer, die Probleme mit den Tieren haben. Außerdem können in Berlin Gewässer zum Schutz von Amphibien eingezäunt oder gefährdete Fledermausquartiere gesichert werden.

Waschbären sind ursprünglich in Nordamerika zu Hause. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden sie zur Pelzgewinnung auch in Deutschland gezüchtet und einige entkamen. Inzwischen kommen sie in mehr als der Hälfte der deutschen Jagdreviere vor und breiten sich weiter aus. Die Lieblingsregionen sind Hessen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.