Zuzahlungen für Pflege im Heim erneut gestiegen

Heimpflege wird für immer mehr Familien zu einem großen Kostenfaktor. Die Pflegereform soll Entlastung bringen - sie tritt aber erst im Januar 2022 in Kraft.

Von dpa 07.07.2021, 05:19
Eine Pflegefachkraft hilft in der ambulanten Pflege einer Frau beim Umsetzen.
Eine Pflegefachkraft hilft in der ambulanten Pflege einer Frau beim Umsetzen. Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Dresden/Berlin - Die Pflege im Heim wird für Pflegebedürftige und ihre Familien in Sachsen immer teurer. Die selbst zu zahlenden Anteile stiegen weiter auf nun durchschnittlich 1765 Euro pro Monat, wie aus neuen Daten des Verbands der Ersatzkassen mit Stand vom 1. Juli hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2020 waren dies 329 Euro mehr.

Im bundesweiten Vergleich ist die Belastung in Sachsen-Anhalt mit 1539 Euro am niedrigsten. Am teuersten bleiben Heimplätze in Nordrhein-Westfalen mit nun durchschnittlich 2496 Euro. Der bundesweite Schnitt lag zum 1. Juli bei monatlich 2125 Euro. Das waren 57 Euro mehr als zu Jahresbeginn und 110 Euro mehr als Mitte vergangenen Jahres.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen daneben aber noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen dazu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg nun im bundesweiten Schnitt auf 873 Euro, nachdem es zum 1. Januar 2021 noch 831 Euro gewesen waren.

Finanzielle Entlastung soll eine Pflegereform bringen, die die große Koalition noch beschlossen hat. Heimbewohner sollen ab 1. Januar 2022 einen neuen Zuschlag bekommen. Der Eigenanteil für die reine Pflege soll so im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent sinken, im zweiten Jahr um 25 Prozent, im dritten Jahr um 45 Prozent und ab dem vierten Jahr um 70 Prozent. Die Vorstandschefin des Verbandes der Ersatzkassen, Ulrike Elsner, sagte der dpa, diese „kleine Pflegereform“ reiche bei weitem nicht aus. Es gelte, Pflegebedürftige spürbar zu entlasten und die Finanzierung langfristig zu sichern. Nötig sei unter anderem ein dauerhaft höherer Steuerzuschuss für die Pflegeversicherung.