Kommentar

Olaf Scholz hält Wladimir Putin im Geschäft

Der deutsche Bundeskanzler hat an vorderster Stelle die schärfste Sanktion gegen Putin verhindert. Russland bleibt im Swift.

Aktualisiert: 26.02.2022, 10:45
Alois Kösters
Alois Kösters Schlicht

Wladimir Putin kann sich auf Deutschland verlassen. Olaf Scholz führte die Reihe der russlandfreundlichen Länder Zypern, Ungarn und Österreich an, die zusammen mit dem besonders vom russischen Gas abhängigen Italien verhindert haben, dass Russland vom internationalen Zahlungsverkehr abgekoppelt wird. Damit haben sie den Keil durch Europa getrieben, auf den Putin gehofft hat.

Enttäuschte Ukrainer

Ob die kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen, die Deutschland leiten, es wert sind, die Einigkeit innerhalb der EU und mit den USA aufs Spiel zu setzen, Putins Macht zu stabilisieren und weiteres Ansehen in Osteuropa zu verlieren, ist fraglich. Die enttäuschten Reaktionen der Ukrainer sind verständlich. Vor allem, nachdem Angela Merkel es war, die zusammen mit Putin Petro Poroschenko gezwungen hat, der Abtrennung der Ost-Ukraine zuzustimmen. Und Olaf Scholz schließlich die Waffen verweigerte, die den Preis für die Eroberung ihres Landes höher getrieben hätten.