Fußball-Weltmeisterschaft

Macht! Uns! Druck!

Von Rudi Bartlitz

Der Kanzlerin wird ein feines Gespür für Fußball nachgesagt. Wenn sie jetzt ihre Visite beim schwarz-rot-goldenen Team erst für später avisiert, soll das wohl so etwas wie Gottvertrauen in Jogis Jungs demonstrieren. Auch im Lager des kickenden Spitzenpersonals sieht man dies so: Nein, heißt es gebetsmühlenartig, es gibt keine Krise. Alles im Griff. Alles unter Kontrolle.

Mag sein. Doch die Niederlage hat schon Wirkung hinterlassen. Löw zeigte ungewohnte Schwächen beim Coaching, verwechselte Serbien mit Bosnien und Kroatien, im sonst so perfekten deutschen Stab wusste man nicht einmal, wann die gelben Karten erlöschen. Eben noch gefühlter Weltmeister, sieht man sich plötzlich am Rande des Abgrunds.

Doch es gibt sie auch, die frohe Botschaft. Und die lautet so: Erst unter Druck laufen die Deutschen zu großer Form auf. Also, Ghanaer, macht uns heute Druck. Richtig Druck. Dann wird alles gut.