Matthias Stoffregen zu den Zensus-Ergebnissen: Wichtige Daten für die Politik

In der Vergangenheit haben Volksbefragungen die Gemüter erhitzt. Viele fürchteten, der Staat wolle ihr Privatleben auskundschaften.So ist es nicht verwunderlich, dass die letzte Befragung mehr als 20 Jahre zurück liegt - kein Politiker wollte Unmut bei der Bevölkerung provozieren. Dass der Zensus 2011 aber überfällig war, verdeutlichen seine Ergebnisse. So klafft in vielen Bundesländern eine Lücke zwischen den tatsächlichen und den angenommenen Einwohnerzahlen. Sachsen-Anhalt ist mit einer niedrigen Abweichung lediglich eine erfreuliche Ausnahme.

Und das Land kann nun von den Zahlen profitieren: Es bekommt wahrscheinlich mehr Geld aus dem Länderfinanzausgleich und vielleicht auch mehr Stimmgewicht im Bundesrat. Generell profitieren aber nicht nur die Sachsen-Anhalter. Auf Landes- wie Bundesebene können Politiker bessere Entscheidungen zugunsten der Allgemeinheit treffen, wenn sie auf aktuelle Daten zurückgreifen können. Diese Einsicht hat sich aber bei der Bevölkerung wohl mittlerweile durchgesetzt. Die Akzeptanz des Zensus 2011 war groß. Das dürfte Politikern den Mut verleihen, solche Befragungen häufiger durchzuführen.