Michael Bock zur Wahl des neuen Papstes: Nicht zu viel erwarten

Habemus papam - mit Jorge Mario Bergoglio kommt zum ersten Mal ein Papst aus Lateinamerika. Die Wahl ist eine Überraschung. Dem Erzbischof aus Buenos Aires waren nur Außenseiter-Chancen bescheinigt worden. Was ist von Franziskus I. zu erwarten? Weltoffen soll der neue Papst sein, modern, charismatisch, reformfreudig, eine moralische Autorität - das hoffen viele Menschen.

Man sollte die Erwartungen allerdings nicht zu hoch schrauben. Zwar war der Argentinier unter den Kandidaten der Favorit des liberalen Flügels. Doch der 76-Jährige gilt als Bewahrer traditioneller Werte. Bei den Themen Sexualmoral, Abtreibung oder Homosexualität vertritt er äußerst konservative Auffassungen. Einerseits. Andererseits überzeugt das neue Oberhaupt von 1,2 Milliarden Katholiken durch seinen schlichten Lebensstil. Mit der Namenswahl erinnert er an Franz von Assisi. So setzt erganz bewusst ein Zeichen für die Armen und für Gerechtigkeit in der Welt. Damit sendet der stille Jesuit ein gutes Signal aus.