Politik

Bolsonaro und von Storch: Symbol für Zusammenarbeit der Neuen Rechten

Bereits ein Treffen mit Bolsonaros Sohn hatte Kritik ausgelöst. Jetzt hat AfD-Vorsitzende von Storch auch Brasiliens rechtspopulistischen Präsidenten persönlich besucht.

Von Martina Farmbauer,  Anne Beatrice-Clasmann  27.07.2021
Beatrix von Storch (l-r), stellvertretende AfD-Vorsitzende, Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, und Sven von Storch, Ehemann von Beatrix, stehen im Präsidentenpalast zusammen. (zu dpa «Brasiliens Präsident Bolsonaro empfängt AfD-Vize Storch») | Handout
Beatrix von Storch (l-r), stellvertretende AfD-Vorsitzende, Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, und Sven von Storch, Ehemann von Beatrix, stehen im Präsidentenpalast zusammen. (zu dpa «Brasiliens Präsident Bolsonaro empfängt AfD-Vize Storch») | Handout Foto: picture alliance/dpa/Team von Storch | Team von Storch

São Paulo (dpa) - Die Begegnung der stellvertretenden AfD-Vorsitzenden Beatrix von Storch mit dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro zeigt laut einem Politologen die engen Verbindungen der Neuen Rechten nach dem Ende der Regierung von US-Präsident Donald Trump. «Dieses Treffen ist ein Symbol für die internationale Zusammenarbeit von rechten Parteien und politischen Akteuren», sagte der deutsch-brasilianische Politikwissenschaftler Oliver Stuenkel von der Fundação Getulio Vargas in São Paulo der Deutschen Presse-Agentur.

«Hauptsächlich geht es dabei um Best Practices in dem Bereich, wie man Politik macht, also etwa welche Online-Plattformen am besten funktionieren.» Akteure aus den USA wie der frühere Chefstratege von Ex-US-Präsident Trump, Steve Bannon, hätten daran gearbeitet, dass sich diese internationalen Netzwerke stärken. Nach dem Ende von Trumps Präsidentschaft kommt Brasilien nun gewissermaßen eine tragende Rolle bei deren Aufrechterhaltung und Stärkung zu.

Die AfD-Bundestagsabgeordnete von Storch hatte am Montag ein Foto von sich mit dem rechtspopulistischen Staatschef Bolsonaro in Brasília verbreiten lassen. Von Storch schrieb dazu, ihre Partei wolle sich «stärker vernetzen und auf internationaler Ebene für unsere christlich-konservativen Werte einstehen». Das Treffen fand nach Angaben ihres Bundestagsbüros bereits vergangene Woche statt. «Zugang zu Regierenden stärkt solche Gruppierungen immer», sagt Stuenkel.

Die brasilianische Linke übte Kritik an dem Treffen: «Bolsonaros internationale Treffen setzen das Land nur herab», schrieb die Vorsitzende der Arbeiterpartei von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, Gleisi Hoffmann, auf Twitter.