Gesellschaft

Ramelow will gesamtdeutsche Debatte zu Rechtsextremismus

Vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt gibt es angesichts der guten Umfragewerte für die AfD wieder Debatten über rechte Tendenzen in Ostdeutschland. Bodo Ramelow hält das für wenig zielführend.

Von dpa 03.06.2021, 07:33
Bodo Ramelow im Gespräch mit Journalisten.
Bodo Ramelow im Gespräch mit Journalisten. Swen Pförtner/dpa/Archiv

Berlin (dpa) – - In der jüngsten Diskussion um Rechtsextremismus in Ostdeutschland hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow eine gesamtdeutsche Debatte gefordert. „Man kann sich im Westen nicht zurücklehnen und sagen: Die Ostdeutschen wählen doof“, sagte der Linke-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Es gebe da aber ein Thema, „davor kann man sich nicht drücken“. So habe bereits der erste sogenannte Thüringen-Monitor vor 20 Jahren „sichtbar gemacht, dass 25 Prozent der Befragten eine gewisse Diktatur-Affinität hatten“. Dieser Wert habe sich seither kaum verändert.

Rechtsextremistische Tendenzen habe es vor und nach 1989 im Westen ebenfalls immer wieder gegeben, so in Bayern oder Baden-Württemberg. Man dürfe beides „nicht aus dem Blick verlieren“, sagte Ramelow.