Linken-Parteitag

Tortenwurf auf Wagenknecht

Ein Zwischenfall überschattete die Rede von Linken-Vorsitzendem Bernd Riexinger auf dem Bundesparteitag in Magdeburg.

Von Steffen Honig

Magdeburg l Während der Ansprache von Linken-Vorsitzendem Bernd Riexinger kam es auf dem Linken-Parteitag in Magdeburg am Sonnabend zu einem Zwischenfall. Eine Gruppe aus dem antifaschistischen Spektrum attackierte die Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Sahra Wagenknecht, mit einem Tortenwurf. Im entsteheden Tumult wurde Wagenknecht aus dem Saal gefüht und der Parteitag für einige Minuten unterbrochen.

 

Riexinger griff in seiner Rede die Große Koalition scharf an. Er plädierte für die Erhöhung des Mindestlohnes zunächst auf 10 Euro aus und forderte eine soziale Revolution von unten.

Die Linke-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht lässt noch offen, ob sie nach dem Tortenangriff auf sie Strafanzeige stellt. Darüber denke sie noch nach, sagte sie am Samstag am Rande des Linken-Parteitags in Magdeburg. "Schlimmer als die ganze Torte finde ich die Beleidigung, mit Frau von Storch auf eine Ebene gestellt worden zu sein. Das ist echt eine Unverschämtheit", sagte die 46-Jährige. "Das zeigt, dass da völlig politische Analphabeten am Werk waren". Die AfD-Politikerin Storch hatte im Februar eine Torte ins Gesicht bekommen.

Die Aktivisten im Magdeburg begründeten ihren Tortenwurf auf Wagenknecht mit Äußerungen der Linke-Fraktionsvorsitzenden zur Flüchtlingspolitik. Der mutmaßliche Tortenwerfer – ein junger Mann von einer "Antifaschistischen Initiative" – wurde von Sicherheitspersonal aus dem Saal geführt und der Polizei überstellt. Wagenknecht hatte die Torte mitten ins Gesicht bekommen.

Bei ihrer Rückkehr wurde sie von den etwa 600 Delegierten mit großem Applaus empfangen. Viele Delegierte erhoben sich von den Sitzen. "Ich werde mich auch von solchen saudämlichen Aktionen nicht davon abhalten lassen, weiter für die Linke aktiv und engagiert Politik zu machen", sagte Wagenknecht.