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Twitter-Klon "Gettr" und Einfluss auf TV-Sender "Newsmax": Will Donald Trump wieder an die Macht? 

Ex-US-Präsident Donald Trump gründet eine Social-Media-App, nachdem er von Twitter ausgeschlossen wurde. Außerdem soll er Einfluss auf einen aufstrebenden US-TV-Sender haben. Vorbereitungen für eine neue Präsidentschaftskandidatur?

Von Nico Esche 06.07.2021, 17:00
Strebt Donald Trump zurück ins Amt des US-Präsidenten? Foto: Patrick Semansky/AP/dpa
Strebt Donald Trump zurück ins Amt des US-Präsidenten? Foto: Patrick Semansky/AP/dpa AP

Mar-A-Lago - Ex-US-Präsident Donald Trump hat sich ein eigenes Twitter gebaut. Zudem soll er massiv Einfluss auf den US-TV-Sender "Newsmax" haben. Will Donald Trump zurück an die Macht? App und mögliche Machenschaften beim TV-Sender lassen vermuten: Trump könnte eine zweite Amtszeit im Weißen Haus anstreben. 

Trumps Twitter-Klon "Gettr"

Doch von vorne: Noch am Tag, an dem Donald Trump die vergangene Präsidentschaftswahl gegen Joe Biden verlor, wurde sein Twitter-Konto von den Betreibern gelöscht. Es war neben TV-Sender "Fox News", das wichtigste Sprachrohr Trumps in beiden Wahlkämpfen. Nun ließ er sich ein eigenes Twitter bauen: "Gettr". 

Die Social-Media-Plattform wurde gemeinsam mit seinem Ex-Berater Jason Miller ins Leben gerufen. Am vergangenen Sonntag war der Start - pünktlich zum US-amerikanischen Unabhängigkeitstag. Doch dieser verlief alles andere als geplant: "Gettr" soll gehackt worden sein, berichtet "Business Insider".

So sollen "Gettr"-Konten von namhaften Trump-Unterstützer angegriffen worden sein; darunter die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor-Greene und Ex-Außenminister Mike Pompeo.

Jene Personen, die, wie der Zufall es will, sofort beim Ansurfen von "Gettr" erscheinen; wie auf Social-Media-Plattformen üblich, werden Usern Vorschläge zum "Folgen" unterbreitet. Bei "Gettr" allen voran Menschen und Institutionen aus Trumps Umfeld. Dazu gehört auch der US-TV-Sender "Newsmax" - dem der "Tagesspiegel" nachsagt, er mutiere bald zum neuen "Trump-TV".

US-TV-Sender "Newsmax"

"Newsmax" wolle den beliebten TV-Sender "Fox News" als Sprachrohr der amerikanischen Republikaner ablösen, berichtet der "Tagesspiegel". Der eher kleine Sender aus Florida, soll es bereits geschafft haben, "Fox News" ein paar Mal nach Zuschauerzahlen zu überholen. Inhalt der Shows: Donald Trump.

Eine steigende Beliebtheit bei Zuschauern des Senders "Fox News" und der Wahlerfolg von Donald Trump im Jahr 2016, so munkeln manche Medien, könnten zusammenhängen. Nun könnte es Trump zur Konkurrenz "Newsmax" ziehen - und auch umgekehrt.

Auffällig: Nach Newsmax eigener Aussage soll Eric Bolling, ein enger Trump-Vertrauter, im Juli eine eigene Sendung bei Newsmax bekommen. Außerdem verfolgte der Sender Trump und dessen Auftritt in Wellington und berichtete in aller Ausführlichkeit - anders als die TV-Konkurrenz.

Der (mögliche) Plan Donald Trumps?

Doch warum macht Donald Trump in den vergangenen Tagen so viel Wind um seine Person? Trumps möglicher Einfluss auf einen TV-Sender und ein eigen kreiertes Social-Media-Netzwerk unter seiner Flagge? Spekulationen, dass Trump wieder ins Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten zurück möchte, verhärten sich. 

Wie der "Spiegel" berichtet, wolle Trump möglichst viel positive Öffentlichkeitsarbeit für die Republikaner bewirken. Sollten diese die Mehrheit bei den kommenden Kongresswahlen in den USA gewinnen, könnte Trump zum Sprecher des Repräsentantenhauses gewählt werden - und wäre somit einer der mächtigsten Figuren in der Politik in Washington.

So könnte Trump, mit viel politischem Wind im Rücken, bei den kommenden Präsidentschaftswahlen als Kandidat auf die große Bühne zurückkehren. Den passenden Slogan hierfür hat Trump schon: "Save America".