Steffen Honig über Drohungen aus Nordkorea: Größenwahn in Nordkorea

Je gewaltiger das propagandistische Feuerwerk, umso größer das internationale Grausen. Mit dieser bewährten Methode hat Nordkorea dem Westen schon häufig Zugeständnisse und Hilfszusagen abgepresst. Neu an den jüngsten Drohungen aber ist, dass sie von erfolgreichen Raketen- und Atomtests gestützt werden. Kein Wunder, dass Südkorea die Alarmbereitschaft seiner Truppen erhöht. Unberechenbar ist das Regime in Pjöngjang ohnehin. Wenn es jetzt auch noch größenwahnsinnig wird, ist mit allem zu rechnen.

In die Enge getrieben muss sich Nordkorea nicht nur durch UN-Sanktionen an sich fühlen. Sondern vor allem durch die Tatsache, dass sein Hauptverbündeter China diesen nicht mehr im Wege steht. In Peking, das verdeutlicht der dort gerade tagende Volkskongress, werden nach dem Führungswechsel Weichen neu gestellt. Die Chinesen werfen jede Menge Ballast ab, um das Riesenreich auf Kurs zu halten. Pjöngjang läuft Gefahr, vollends isoliert zu werden. Das macht Nordkorea noch gefährlicher.