Verkehr

Bahn: Mehr Fahrgäste im Nahverkehr

Das 9-Euro-Ticket und die gelockerten Corona-Maßnahmen machen's möglich: Deutschland fährt viel Bahn. im Fernverkehr sank die Pünktlichkeitsquote zum zweiten Mal in Folge unter 60 Prozent.

Von dpa Aktualisiert: 05.08.2022, 14:15
Gedränge am Bahngleis - keine Seltenheit im Sommer 2022.
Gedränge am Bahngleis - keine Seltenheit im Sommer 2022. Michael Matthey/dpa

Wiesbaden - Im zweiten Quartal dieses Jahres ist die Zahl der Fahrgäste im Eisenbahnnahverkehr deutlich gestiegen. Lockerungen der Corona-Maßnahmen sowie das im Juni eingeführte 9-Euro-Ticket ließen die Zahl der Fahrgäste im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 74 Prozent steigen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag auf Basis automatisch erhobener Nutzerdaten der Verkehrsunternehmen berichtete. Auch im Vergleich zum Jahresauftaktquartal ist die Zahl der Fahrgäste um 46 Prozent gewachsen.

In der Sonderauswertung wurden nur Unternehmen berücksichtigt, die automatisierte Fahrgastzählsysteme einsetzen. Sie beförderten im Vorquartal 59 Prozent sämtlicher Fahrgäste im Eisenbahnnahverkehr und 48 Prozent der Fahrgäste im Straßenbahnverkehr.

Mit dem Neun-Euro-Ticket legten die Menschen auch längere Strecken zurück, legen die Daten nahe. Die in Personenkilometern gemessene Beförderungsleistung der Nahverkehrseisenbahnen stieg binnen Jahresfrist um mehr als das Doppelte (113 Prozent). Mit Straßenbahnen und Stadtbahnen fuhren 21 Prozent mehr Fahrgäste als im Vorquartal und 48 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Damit fielen die Zuwächse geringer aus als im Eisenbahnverkehr.

Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr unter 60 Prozent

Die Fernzüge bei der Deutschen Bahn (DB) sind im Juli allerdings erneut besonders unpünktlich gewesen. Lediglich 59,9 Prozent der Fahrten kamen im vergangenen Monat zur vorgesehenen Zeit ans Ziel, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Damit blieb die Pünktlichkeitsquote zum zweiten Mal in Folge unter 60 Prozent. Im Vormonat war mit 58 Prozent der schlechteste Wert seit 2010 erreicht worden.

„Weiterhin intensive Bautätigkeit im gesamten Netz der DB sowie die sehr hohe Auslastung der Züge und der zentralen Schienenwege wirken sich zurzeit stark auf die Pünktlichkeit aus“, teilte die Bahn am Freitag zur Begründung mit. Der Konzern zählt einen Fernzug als pünktlich, solange er nicht mit mehr als sechs Minuten Verzögerung am Ziel ankommt.