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Bertelsmann-Umsatz über Niveau vor Pandemie

Bertelsmann profitiert von seinem breit aufgestellten Portfolio: Buch und Musik bringen große Wachstumsraten im ersten Quartal. RTL wächst im wichtigen Streaming-Markt weiter.

Von dpa
Kräftige Zuwächse in den Buch- und Musikmärkten haben den Umsatz von Bertelsmann gesteigert.
Kräftige Zuwächse in den Buch- und Musikmärkten haben den Umsatz von Bertelsmann gesteigert. Matthias Balk/dpa

Gütersloh

Die RTL Group profitiert vom boomenden Streaming-Markt und hat damit coronabedingte Rückgänge bei TV-Werbeerlösen im ersten Quartal abgefedert.

Bei Bertelsmann als Mehrheitseigentümer der Gruppe machten sich zugleich kräftige Zuwächse in den Buch- und Musikmärkten sowie im Dienstleistungssektor bemerkbar. Aus eigener Kraft steigerte der Konzern den Gesamtumsatz um rund zehn Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2020 und um sieben Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019, wie das Unternehmen am Donnerstag in Gütersloh mitteilte. Die Erlöse lagen bei mehr als 4,2 Milliarden Euro. RTL und Bertelsmann bleiben bei ihren Prognosen für das Gesamtjahr.

Die Summe der zahlenden Abonnenten für die Streamingdienste TVnow in Deutschland und Videoland in den Niederlanden lag laut RTL Group Ende März bei 2,72 Millionen - das ist ein Anstieg um 71 Prozent (März 2020: 1,59 Millionen). Bei TVnow verdoppelte sich die Abo-Zahl auf rund 1,72 Millionen. Das wird vor allem auf die 2020 geschlossene strategische Partnerschaft mit der Deutschen Telekom und ihrem Streamingbereich Magenta TV zurückgeführt. Der Streaming-Umsatz der RTL-Gruppe ist bislang noch ein vergleichsweise geringerer Posten: Er stieg von 37 Millionen Euro auf 52 Millionen Euro - ein Plus von 40,5 Prozent. Auch das Inhalte-Geschäft Fremantle wuchs.

Zugleich musste RTL Rückgänge bei den TV-Werbeerlösen hinnehmen: Sie gingen um rund 60 Millionen auf 587 Millionen Euro zurück. Das ist ein Corona-Effekt, der sich bereits 2020 zeigte - Werbekunden stornierten Aufträge oder buchten erst gar nicht. Aus eigener Kraft wuchs der RTL-Umsatz nach eigenen Angaben um 3,9 Prozent. Bezieht man die Effekte mit ungünstigen Wechselkursen und die Trennung von Geschäften ein, dann ging der Gesamtumsatz um etwas mehr als vier Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück.

Bei Bertelsmann entwickelten sich nach Konzernangaben im ersten Quartal der Buchsektor Penguin Random House, das Musikgeschäft BMG und die Dienstleistungssparte Arvato mit zweistelligen organischen Wachstumsraten. Angaben zum Gewinn wurden nicht gemacht.