Airline-Verband

IATA fordert schnelleres Ende von Reiserestriktionen

Obwohl es zu Beginn der Sommerferien an manchen Flughäfen lange Schlangen gab, kommt das internationale Fluggeschäft nach wie vor nicht richtig voran. Wird das so bleiben?

Von dpa 07.07.2021, 15:35
Mit dem Flugverkehr geht es wieder aufwärts - aber nicht schnell genug, meint der Dachverband der Fluggesellschaften (IATA).
Mit dem Flugverkehr geht es wieder aufwärts - aber nicht schnell genug, meint der Dachverband der Fluggesellschaften (IATA). Judith Michaelis/dpa

Genf - Die vielen unterschiedlichen Regeln und Vorschriften für Flugpassagiere schrecken aus Sicht der Airlines potenzielle Fluggäste ab. Der Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) kritisierte das am Mittwoch in Genf.

Zudem seien PCR-Coronatests zum Fliegen vielerorts zu teuer. „Das ist Abzocke“, sagte IATA-Chef Willie Walsh.

Er rief Regierungen auf, die Reiseregeln zu lockern. Die Vorkehrungen zeigten, dass von internationalen Passagieren keine größere Gefahr ausgehe. Er führte eine Statistik aus Großbritannien an. Dort seien seit Februar bei ankommenden Passagieren 1,3 Millionen PCR-Tests durchgeführt worden, und lediglich 1,6 Prozent seien positiv gewesen. Es gebe großen Nachholbedarf, sagte Walsh. Das zeigten Erfahrungen dort, wo Reisebeschränkungen gelockert wurden. „Der Appetit ist stark, aber er wird durch staatliche Restriktionen unterdrückt.“

Obwohl manche Flughäfen zu Beginn der Sommerferien mit langen Schlangen vor den Schaltern Schlagzeilen gemacht haben, kommt das internationale Fluggeschäft nach wie vor nicht richtig vom Fleck. Zwar stiegen die Buchungen im Mai an, aber die Unsicherheit sei weiterhin erheblich, vor allem wegen der neuen Coronavirus-Variante Delta, berichtete die neue Chefökonomin des Verbandes, Ezgi Gulbas. „Die Erholung läuft sehr schleppend“, sagte sie.

Nach den neuesten Zahlen lagen die internationalen Passagierkilometer noch rund 85 Prozent unter dem Niveau 2019, vor der Corona-Krise. Im April waren es noch gut 87. Prozent. Die Zahlen für Juni lagen noch nicht vor. Bei inländischen Flügen war die Lage im Mai besser: „nur“ rund minus 24 Prozent. In Russland und China werde bereits mehr geflogen als vor der Krise, so der Verband.