Dieselaffäre

Schadenersatz-Deal zwischen VW und Winterkorn fast fix

VW nimmt mehrere Ex-Manager wegen ihrer Rolle im Abgasskandal in Regress. Allein im Fall von Martin Winterkorn stehen 10 Millionen Euro im Raum.

Von dpa 06.06.2021, 14:16
Neben Martin Winterkorn sollen auch die früheren Topmanager Rupert Stadler, Ulrich Hackenberg, Wolfgang Hatz und Stefan Knirsch VW finanziell entschädigen.
Neben Martin Winterkorn sollen auch die früheren Topmanager Rupert Stadler, Ulrich Hackenberg, Wolfgang Hatz und Stefan Knirsch VW finanziell entschädigen. Bernd von Jutrczenka/dpa

Wolfsburg - Die Einigung über Schadenersatz-Zahlungen von Ex-VW-Konzernchef Martin Winterkorn und weiteren früheren Topmanagern an Volkswagen im Zusammenhang mit der Dieselaffäre steht jetzt im Kern.

Über einige Details werde aber nach wie vor gesprochen, hieß es aus dem Unternehmen - daher seien die Verhandlungen noch nicht komplett beendet. Bei seinen Beratungen am Samstag habe der VW-Aufsichtsrat „die wesentlichen Konditionen der Vergleiche beschlossen“, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. „Die Vereinbarungen sollen in den kommenden Tagen abgeschlossen werden.“

Die Gespräche mit den beteiligten Versicherern und Anwälten waren in den vergangenen Tagen auf die Zielgerade gekommen. In der neuen Woche könnte nun ein endgültiges Ergebnis mit konkreten Summen folgen.

Muss Winterkorn 10 Millionen Euro zahlen?

VW verlangt von mehreren ehemaligen Führungskräften Entschädigungen wegen deren Rolle im Abgasskandal, der im Herbst 2015 aufgeflogen war. Eine spezialisierte Anwaltskanzlei hatte im Auftrag des Aufsichtsrats intern zu den damaligen Verantwortlichkeiten ermittelt. Auf Basis der Resultate beschloss der Konzern vor einigen Wochen dann grundsätzlich, die betreffenden Ex-Manager in Regress zu nehmen.

Dem Vernehmen nach könnte es im Fall Winterkorns auf eine Summe um etwa 10 Millionen Euro hinauslaufen, wobei jedoch ein weit höherer Betrag von Haftpflichtversicherungen gedeckt werden dürfte. Insgesamt war zuletzt von bis zu 300 Millionen Euro die Rede. Es hieß, die letztlich vereinbarten Summen könnten sich kurzfristig noch ändern.

Auch die früheren Topmanager Rupert Stadler, Ulrich Hackenberg, Wolfgang Hatz und Stefan Knirsch sollen VW finanziell entschädigen.