Berlin (dpa) | Ein Bild des Schreckens bot sich den Rettungskräften im brandenburgischen Heidekrug nahe Berlin: Zwischen Hoppegarten und Müncheberg (Märkisch-Oderland) raste aus noch ungeklärter Ursache am Dienstagabend ein Laster in den Gegenverkehr und stürzte auf ein voll besetztes Auto. Vier der fünf Insassen des Wagens starben noch am Unfallort. Bei den Toten handelte es sich um zwei jeweils 60-jährige Männer und zwei Frauen im Alter von 59 und 68 Jahren. Der fünfte Insasse, ein 78-Jähriger, kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Der 43-jährige Lastwagenfahrer erlitt leichte Verletzungen. Er konnte das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen. Die wichtige Bundesstraße 1 nach Polen war stundenlang gesperrt.

Am selben Abend wurden in Sachsen dreizehn Menschen auf der Autobahn 14 zwischen den Anschlussstellen Mutzschen und Leisnig schwer und teils lebensgefährlich verletzt. Unter den Opfern waren vier Kinder und ein Säugling.

Der Unfall ereignete sich, nachdem die Polizei den Verkehr auf der Autobahn in Richtung Dresden kurz gestoppt hatte. Die Beamten mussten eine umherfliegende Plane sichern. Der 38 Jahre alte Fahrer eines Sattelzugs erkannte den Angaben der Ermittler zufolge das vor ihm auftauchende Stauende zu spät und fuhr hinein. Dabei rammte er einen anderen Lastwagen und krachte gegen die Mittelleitplanke. Von dort aus wurde sein Fahrzeug zurückgeschleudert und schob fünf weitere Autos ineinander. Ein nachfolgender Wagen konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr in die Unfallstelle. Während der umfangreichen Aufräum- und Bergungsarbeiten kam es auf der A 14 zu erheblichen Behinderungen.

Im Fall des umgestürzten Lasters in Brandenburg untersuchte die Polizei noch den genauen Hergang des Unglücks. Nach den Schilderungen der Beamten muss man sich den Unglücksverlauf wohl so vorstellen: Der polnische Laster ist von Berlin in Richtung Heimat unterwegs. Der viele Tonnen schwere Fünfachser kommt auf der schmalen und für schwere Fahrzeuge viel zu weichen Straße nach rechts von der Fahrbahn ab. Der Sattelzug-Fahrer versucht verzweifelt, sein vollbeladenes, riesiges Gefährt wieder auf die Fahrbahn zu bekommen. Das gelingt ihm auch. Aber er verreißt möglicherweise das Lenkrad. Seine Zugmaschine schießt über die Straße in die gegenüberliegende Böschung. Der tonnenschwere Auflieger schleudert und dreht sich wie eine Sichel über den Asphalt und stürzt auf die entgegenkommende Limousine. Unklar war noch, weshalb der Lkw-Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor.