Kabul/Islamabad (dpa) l Bei einem schweren Erdbeben der Stärke 6,3 in Afghanistan und Pakistan sind in der Nacht zu Samstag Dutzende Menschen verletzt worden. Zu Todesopfern gab es zunächst keine Informationen. Weil das Epizentrum des Bebens im gebirgigen Norden Afghanistans lag und dort in einigen Gebieten Schnee und Schlamm die Straßen blockieren, könnten Schäden oder die Zahl der Opfer aber auch erst nach Tagen bekanntwerden, hieß es von den Behörden.

Der afghanische Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah setzte für Samstagmorgen ein Krisentreffen mit der Katastrophenbehörde an. Deren Sprecher, Omar Mohammadi, sagte, dass Teams in die vier am stärksten betroffenen Nordprovinzen Badachschan, Bachlan, Tachar und Kundus geschickt worden seien. "Bisher haben wir den Eindruck, dass die Schäden nicht so schwer sind und kein Grund zu großer Sorge besteht."

Erde bebte knapp eine Minute

In Afghanistan bewegte sich die Erde fast eine Minute lang, berichteten Augenzeugen in der Nacht. Tausende Menschen rannten auf die Straßen. Laut dem Erdbebeninformations-Programm des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) Potsdam erreichte das Beben eine Stärke von 6,3.

Der Norden Afghanistans ist besonders erdbebengefährdet, weil hier die indische und die asiatische Erdplatte aufeinandertreffen. Beben, die hier ihren Ursprung haben, sind auch in Tadschikistan, Pakistan und Indien spürbar. In der mehr als 400 Kilometer entfernten pakistanischen Hauptstadt Islamabad war es mindestens 30 Sekunden spürbar. In Krankenhäusern wurden vorsichtshalber der Notstand ausgerufen.