Sie schießen seit Monaten wie Pilze aus dem Asphalt – und gehen gefühlt gar nicht mehr weg. Autobahn-Baustellen mit Fahrbahn-Einengung. A2, A9, A14 – überall. Die rechte Spur gehört den Lkws, die sich mit 20 km/h voranquälen oder einfach nur rumstehen. Die oft nur zwei Meter schmale linke Überholspur ist super. Für alle Kleinwagen. Die gleiten geschmeidig zwischen Leitplanke und Brummi-Außenspiegel ihrem Ziel entgegen. Während sich die Fahrer der fetten, sauteuren SUV-Karossen ängstlich nur ganz langsam vorantasten. Da hilft kein stufenloses Siebengangautomatikgetriebe, kein 480-PS-Doppelturbo und kein extradicker Chrom-Stoßbügel. Zu breit für diese Welt.

Autobahn-Baustelle als demokratische Metapher: Hier sind nicht nur alle gleich. Im Gegenteil. Hier schlägt die Stunde der Kleinen, die sonst eher selten bemerkt werden. Liebe SUV-Fahrer, nicht traurig sein. Ihr könnt ja gleich wieder Vollgas geben. Aber nur bis zur nächsten Autobahnbaustelle. Und die kommt ganz bestimmt.