Es gibt Straßennamen, deren Noblesse auch ihre Anwohner auf Anhieb in überdurchschnittlich gutem Licht erscheinen lässt. So wie die „Schlossallee“ oder „Unter den Linden“.

Und dann gibt’s Straßennamen, die ihren Anwohnern, vorsichtig ausgedrückt, nicht unbedingt einen Standortvorteil verschaffen. Der Schweinigelweg in Stendal ist so ein Beispiel. Sollte in jenem Weg eine Familie Hempel wohnen und ein Sofa haben...

Wenig einladende Straßennamen hat aber nicht nur Stendal zu bieten: Das hessische Marburg etwa lässt Bürger „Im Loch“ wohnen. In Bremen haben etliche Hansestädter das zweifelhafte Vergnügen, „Uppe Angst“ als Adresse angeben zu dürfen. Und in der Nähe von Ulm gibt es gar ein Dorf namens Deppenhausen.

Eine österreichische Gemeinde hingegen will ihren Einwohnern nicht mehr zumuten, in Fucking zu leben. Zu obszön scheint die Bedeutung des Dorfnamens im Englischen: Der Ort wird nun kurzerhand umgetauft – ins harmlose Fugging.