Es geht wieder los. Einmal im Jahr gibt es im Fernsehen etwas, das noch mehr nervt als die Werbespots für schwäbisches Müsli („Woisch’ Kerle ...“) und Schlafgelegenheiten („Ich hab mir ne neue Matratze gekauft ...“): Das sind die alles überschwemmenden Jahresrückblicke. Und das, lange bevor das Jahr, auf das zurückgeblickt wird, überhaupt zu Ende ist.

Bereits am Mittwoch beginnt ZDF-Talker Markus Lanz den Jahresrückblick-Reigen. Den gesamtprogrammlichen, längst vorproduzierten ZDF-Rückblick gibt es am 4. Dezember, das RTL-Pendant zwei Tage später. Dazu kommt, dass die meisten dieser Rückblicke bis in den Januar hinein mehrfach wiederholt werden.

Verlierer ist der arme Dezember, der in diesen Formaten naturgemäß gar nicht vorkommt. Wie ein Menü ohne Dessert, ein Krimi ohne Auflösung. Okay, im Dezember passiert vermutlich auch kaum was – bis auf die gefühlt 500 Jahresrückblicke auf allen Kanälen. Vielleicht sollte man den Monat ohnehin besser verschlafen. Zum Glück hab ich mir ne neue Matratze gekauft.