Mexiko-Stadt/Juchitán (dpa) l Fünf Monate nach zwei verheerenden Beben hat ein erneuter Erdstoß in Mexiko für bange Momente gesorgt. Das Zentrum des schweren Bebens der Stärke 7,2 lag knapp zehn Kilometer südlich der Stadt Pinotepa Nacional im Bundesstaat Oaxaca im Süden des Landes, wie die mexikanische Erdbebenwarte am frühen Freitagabend (Ortszeit) mitteilte. Todesopfer oder Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. In fast einer Million Haushalten fiel vorübergehend der Strom aus.

Nahe dem Zentrum in Oaxaca wurden einige Schäden an Gebäuden gemeldet. "Alle Leute sind auf die Straße gerannt. Es gab Alarm, Panik, Angst", sagte Roxana Hernández in der Stadt Juchitán. Einige Krankenhäuser wurden evakuiert. Die Marine flog Aufklärungsflüge und suchte aus der Luft nach Schäden.

Auch in der rund 500 Kilometer entfernten Hauptstadt war das über eine Minute dauernde Erdbeben noch deutlich zu spüren. Viele Menschen rannten in Panik auf die Straße, als die Sirene des Warnsystems ertönte. "Wir haben uns sehr erschreckt und haben das Gebäude verlassen", sagte eine junge Frau auf der Geschäftsstraße Paseo de la Reforma im Zentrum der Stadt. "Ich will mit meinem Vater sprechen. Ich will wissen, ob es allen gut geht." Hubschrauber kreisten über der Millionenmetropole, um mögliche Schäden zu orten.

In den Stunden nach dem Erdstoß wurden 150 Nachbeben registriert. Das heftigste hatte eine Stärke von 5,9. "Glücklicherweise gibt es keine Berichte über schwere Schäden oder Tote", sagte Regierungssprecher Eduardo Sánchez im Fernsehsender Televisa. Das Verkehrsministerium erklärte nach einer ersten Revision, die Infrastruktur des lateinamerikanischen Landes sei nicht beschädigt worden.

Im September vergangenen Jahres war Mexiko innerhalb weniger Tage von zwei schweren Erdbeben erschüttert worden. Bei einem Beben der Stärke 8,2 Anfang September 2017 kamen in Oaxaca rund 100 Menschen ums Leben, zahlreiche Häuser wurden zerstört.

Am 19. September erschütterte ein Beben der Stärke 7,1 Mexiko-Stadt. Knapp 40 Häuser stürzten sofort ein, Hunderte weitere wurden schwer beschädigt und mussten abgerissen werden. In der Millionenmetropole und den angrenzenden Bundesstaaten kamen über 360 Menschen ums Leben, Tausende wurden obdachlos.

In Mexiko ereignen sich immer wieder heftige Beben. Bei einem schweren Erdbeben kamen 1985 in Mexiko-Stadt mindestens 10 000 Menschen ums Leben. Die gesamte Westküste des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der für seine seismische Aktivität bekannt ist.