München (dpa) l Aus Sicht des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) können geschlossene Schulen durchaus zur Eindämmung der Epidemie beitragen. Kinder erkrankten zwar deutlich seltener mit auffälligen Symptomen, sie steckten sich aber nach aktuellem Kenntnisstand wohl genauso leicht mit dem Virus an wie Erwachsene, teilte das LGL auf Anfrage mit. "Offen ist derzeit die Frage, ob Kinder das Virus genauso effektiv an andere Personen übertragen können wie Erwachsene."

Der Sprecher des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), Peter Walger, sieht Schulschließungen hingegen nicht als sinnvoll an. Allein die Probleme, die sich aus der damit nötigen Kinderbetreuung ergäben, stünden nicht im Verhältnis zum Nutzen, sagte der auf Infektiologie spezialisierte Facharzt. Eltern müssten dann eventuell ebenfalls zu Hause bleiben – mit Folgen für deren Arbeitsstellen und das öffentliche Leben. "Es lohnt nicht, Schulen zu schließen."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Freitag mitgeteilt, dass erste Auswertungen für den Covid-19-Erreger zeigten, dass Kinder weniger betroffen sind als Erwachsene und nur selten deutliche Symptome entwickeln. Vorläufige Daten lassen demnach zudem annehmen, dass Kinder sich vor allem bei Erwachsenen anstecken – Erwachsene aber umgekehrt kaum bei Kindern.