Oldenburg (dpa) l Zu Beginn der Corona-Zeit waren Pflegeheime in Niedersachsen besonders von der Pandemie betroffen – ein halbes Jahr später werden erste Ermittlungsverfahren dazu nun eingestellt. Auch aktuell sind aber Heime vom Virus betroffen: In Vechta etwa steckten sich 31 Bewohner und 19 Mitarbeiter des Hauses St. Hedwig an.

In Wildeshausen im Kreis Oldenburg stellt die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen nach der Infektion zahlreicher Bewohner eines Altenheims voraussichtlich bald ein. Anfang April war mehr als die Hälfte der damals rund 50 Bewohner und rund 45 Mitarbeitenden des Heims positiv getestet worden, acht Menschen starben. Stand jetzt gebe es keinen konkreten Verdacht darauf, dass die Fälle als Straftaten wie fahrlässige Körperverletzung oder fahrlässige Tötung zu werten seien, teilte ein Sprecher der Behörde in Oldenburg mit.

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Heim für Menschen mit Demenz-Erkrankungen in Wolfsburg laufen die Ermittlungen noch. Dort starben mehr als 40 Menschen mit einer Infektion. Das Verfahren wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft Braunschweig voraussichtlich nicht vor November abgeschlossen. Die Ermittlungen richten sich gegen den Vorstand der Diakonie Wolfsburg – untersucht wird, ob sich Verantwortliche fahrlässige Tötung zu Schulden kommen lassen haben.

Das Ermittlungsverfahren zu einem Corona-Ausbruch in einem Altenheim in Bramsche bei Osnabrück, nach dem 25 Menschen starben, läuft ebenfalls noch. Eine Verurteilung hält ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück aber für unwahrscheinlich.

Es müsse unter anderem nachgewiesen werden, dass die Menschen tatsächlich an dem Virus gestorben seien und nicht an einer anderen Ursache. Eine Obduktion der Toten gab es nach Angaben des Sprechers nicht, weil die zuständige Rechtsmedizin seinerzeit keine Corona-Fälle annahm.