Pößneck (dpa) l Der Ostthüringer Peter Strelzyk, der 1979 in einer abenteuerlichen Ballonfahrt mitten in der Nacht den Todestreifen an der innerdeutschen Grenze überwand, ist tot. Er starb nach langer Krankheit im Alter von 74 Jahren im Jenaer Unversitätsklinikum, wie die Direktorin des Berliner Mauermuseums, Alexandra Hildebrandt, am Dienstag sagte.

Der Ballon wurde heimlich aus Regenschirmseide, Zeltnylon und Taftstoff zusammengenäht. In der Nacht zum 16. September glückte dann schließlich die Ballonfahrt in die Freiheit.

Dazu stieg der Ballon mit seiner insgesamt achtköpfigen Besatzung – Strelzyk mit Frau und den beiden Kindern sowie die Familie Wetzel – nach früheren Schilderungen in mehr als 2000 Meter Höhe und überwand so den Todesstreifen.

Bilder

Der Flug mit dem Heißluftballon gehört zu den besonders spektakulären Fluchten über die damals massiv gesicherte innerdeutsche Grenze. Dazu hatten Strelzyk und sein Bekannter Günter Wetzel mehrere Versuche unternommen.

Flucht bot Filmstoff

Der Ballon landete auf einer Wiese in der Nähe des oberfränkischen Naila. Die Flucht lieferte den Stoff für den Hollywood-Film „Mit dem Wind nach Westen“. Die Strelzyks ließen sich in Bayern nieder, eröffneten ein Elektrogeschäft, kehrten aber nach der Wiedervereinigung nach Pößneck zurück. „Bereut haben wir die Flucht noch nie“, hatte Peter Strelzyk 25 Jahre nach der abenteuerlichen Aktion gesagt.

Es sei einmalig, was er vollbracht habe, sagt Museumschefin Hildebrandt. „Er hat immer gesagt: ‚Wir sind nicht geflüchtet wegen der besseren Margarine – wir wollten, dass unsere Kinder in Freiheit aufwachsen.‘“