Berlin (dpa) l In Berlin haben am Freitag laut Polizei mehrere Tausend Menschen friedlich für die Gleichstellung von Frauen und Männern demonstriert. Anlässlich des Internationalen Frauentages zogen die Teilnehmer vom Alexanderplatz im Bezirk Mitte zum Oranienplatz in Kreuzberg. Begleitet wurden sie von rund 450 Polizisten, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Demonstration stand unter dem Motto "Feiern – Streiken – Weiter kämpfen".

Sie startete am Freitagmittag mit einer Kundgebung am Alexanderplatz. Aufgerufen hatte das Bündnis "Frauen*Kampftag", ein Zusammenschluss aus Parteien, Gewerkschaften und verschiedenen linken Initiativen. Die Veranstalter forderten in ihrem Aufruf unter anderem ein "Leben ohne Angst, Ausbeutung und Unterdrückung" sowie "gute Arbeit und soziale Absicherung". Etliche Demonstranten hielten bunte Plakate, auf denen unter anderem stand "Mädchenhandel Stop" und "Tausche Periode gegen Rolex".

Am Internationalen Frauentag fordern traditionell weltweit zahlreiche Organisationen die volle soziale, wirtschaftliche, kulturelle und politische Gleichstellung von Frauen. Als einziges Bundesland hat Berlin den 8. März zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Die Senatorin für Gleichstellung, Dilek Kolat (SPD), sprach in diesem Zusammenhang von einem "Riesensignal" aus der Hauptstadt. "Berlin ist die Stadt der Frau", sagte sie im RBB-Inforadio.

Der Protestzug am Alexanderplatz war nicht die einzige Veranstaltung am Freitag in Berlin. So startete in Kreuzberg am Mariannenplatz ein Fahrradkorso, und Soldatinnen der Bundeswehr verteilten Rosen am Brandenburger Tor.

Der Frauentag wurde auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19. März 1911 in Deutschland und in Nachbarländern organisiert. Seit 1921 wird er jährlich am 8. März gefeiert. 1977 erkannte die UN-Generalversammlung den 8. März als Internationalen Frauentag an.