Städte mit Pyrotechnik-Verbot für 2018/2019

Die Stadt Hannover hat wegen der steigenden Zahl von Angriffen durch Pyrotechnik an zentralen Plätzen ein Böllerverbot verhängt.

Weitere Böllerverbote gibt es wegen leicht entzündlicher Häuser in Quedlinburg, Teilen der Innenstadt von Wernigerode, Tübingen (Baden-Württemberg) und auf der Nordseeinsel Sylt. In Düsseldorf ist bereits das bloße Mitführen von Raketen und Knallern in der Altstadt untersagt.

In den historischen Zentren von Goslar, Göttingen, Lüneburg, Celle, Wolfenbüttel und Osterode (Harz) dürfen keine Raketen abgeschossen werden.

In Dortmund wurden das Gebiet um den Hauptbahnhof und einige besonders belebte Plätze in der Innenstadt zur pyrofreien Zone erklärt. Teilverbote gibt es unter anderem auch im bayerischen Straubing, München (Nymphenburg), Nürnberg (rund um die Burg), Bamberg (Domplatz) und Würzburg (Residenzplatz).

Magdeburg l Bis zum Silvester-Montag werden die Deutschen wieder reichlich Feuerwerk kaufen. Die Branche spricht von einem jährlichen Umsatz in Höhe von 137 Millionen Euro. Doch an Raketen, Böllern & Co. gibt es auch Kritik. So ergab eine Umfrage des Online-Meinungsforschungs- institutes Civey im Auftrag der Funke-Mediengruppe, dass fast 60 Prozent von mehr als 5000 Befragten sich für ein Verbannen der Böller aus den Innenstädten aussprechen. Auf die Frage „Sollte das Zünden von Feuerwerk Ihrer Meinung nach an Silvester in deutschen Innenstädten verboten werden?“ antworteten 41 Prozent mit „Ja, auf jeden Fall“. Weitere 18,6 Prozent sagten dazu „eher ja“. Unter Frauen stoßen solche Verbote auf etwas größere Zustimmung als unter Männern.

Immer mehr Kommunen verbieten inzwischen das Abbrennen von Pyrotechnik in den Innenstädten. Zuletzt hatte Hannover das Zünden von Böllern an zentralen Innenstadtplätzen verboten.

Infografik: Die Deutschen sind bei Silvesterknallern skeptisch | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

In Sachsen-Anhalt gilt ein solches generelles Verbot in Quedlinburg. „Wegen der Fachwerkbebauung ist Pyrotechnik hier grundsätzlich untersagt worden“, sagt Ilona Wessner, Sprecherin der Polizeidirektion Nord. In Wernigerode gilt dies nur für Teile der Innenstadt. In beiden Städten kontrollieren seit 2012 Polizei und Ordnungsamt das Verbot. In den letzten drei Jahren habe es dort deshalb keine größeren Vorkommnisse mehr gegeben. Ohnehin sei es verboten, in der Nähe von Reetdach- und Fachwerkhäusern Pyrotechnik abzubrennen. Das gilt auch für Krankenhäuser, Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen.

Verbot in Magdeburg nicht absehbar

Nach Angaben des Magdeburger Ordnungs- beigeordneten Holger Platz stand bisher ein generelles Verbot für die Innenstadt oder bestimmte Bereiche nicht zur Debatte. „Wir hatten in der Beziehung noch kein großes Problem“, sagt er.

Ähnlich reagiert auch der Deutsche Städtetag und lehnt ein generelles Feuerwerksverbot für Innenstädte ab. Die Deutsche Umwelthilfe forderte dies wegen der erhöhten Feinstaubbelastung und schlug stattdessen professionelle Feuerwerke am Stadtrand vor.

Das Landesumweltamt prognostizierte für Silvester eine bis zu 33 Mal höhere Feinstaub-Belastung, als an einem Verkehrsschwerpunkt im Jahresdurchschnitt in Sachsen-Anhalt. Der Verband der pyrotechnischen Industrie argumentiert, dass dies nur zwei Prozent des jährlich entstehenden Feinstaubs durch menschliche Aktivitäten ausmache.

Civey befragte nach eigenen Angaben im Zeitraum 17. bis 26.12.2018 insgesamt 5047 Menschen zu der Frage "Sollte das Zünden von Feuerwerk Ihrer Meinung nach an Silvester in deutschen Innenstädten verboten werden?".

Kommentar "Weitere Pyrotechnik-Verbote sind unnötig" zum Thema.