Berlin | Bus und Bahn für 1 Euro? Heinrich Strößenreuther sagt, das sei möglich. Der Initiator des ersten deutschen Radverkehrs- und Mobilitätsgesetzes hat am 15. Juli eine Petition gestartet, die bereits 24 Stunden später fast 30.000 Unterschriften hat. Sie ist direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet.

"Schluss mit der Auto-Förder-Politik!" fordert Strößenreuther gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe von Kanzlerin Merkel. "Wir brauchen Grünflächen, Platz für Fahrradfahrer und Fußgänger, gesunde Luft und einen starken, modernen und gut ausgebauten Öffentlichen Nahverkehr in Stadt und Land", sind seine Argumente, um die "Zerstörung unseres Klimas" zu verhindern.

Bus und Bahn einfacher nutzen

Für den Öffentlichen Nahverkehr lautet seine Lösung das "365-Euro-Ticket" für 1 Euro pro Tag im Jahr. Das soll die Nutzung von Bus und Bahn unkomplizierter machen und den Umstieg vom Auto einfacher gestalten.

In Wien wird das Konzept bereits umgesetzt für die Kernzone der Stadt. Seit der Einführung im Jahr 2012 soll sich die Zahl der Jahreskarteninhaber von 373.000 auf 820.000 mehr als verdoppelt haben, schreibt Strößenreuther in seiner Petition. In Deutschland gibt es das "365 Euro-Ticket" bereits in Bonn und Reutlingen.

Berühmt geworden ist Heinrich Strößenreuther durch den Fahrradvolkssentscheid für ein Mobilitätsgesetz in Berlin im Jahr 2016. Das Gesetz wurde im Jahr 2018 beschlossen und Strößenreuther bewies damit, dass eine Volksentscheidinitiative etwas bewegen kann.