Magdeburg l Nur Tage nachdem in Westpolen ein Wildschwein an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verstorben ist, hat das Nachbarbundesland Sachsen in einer Großübung Krisenmaßnahmen für den Fall eines Ausbruchs durchgespielt.

Menschenketten, Hunde und Drohnen probten bei dem viertägigen Einsatz in mehreren Landkreisen das schnelle Auffinden verendeter Wildschweine. Die rasche Beseitigung infizierter Tiere ist wichtig, um ein Übergreifen, etwa auf Hausschweinbestände, zu verhindern. Sachsen-Anhalts Umweltministerium teilte auf Volksstimme-Anfrage mit: An der Risikobewertung im Land habe sich auch nach dem Ausbruch in Westpolen nichts geändert.

Grund: Die Infektion, die in Europa schwerpunktmäßig im Baltikum sowie in Ostpolen auftritt, gelange über Fernfahrer in andere Länder, indem Reisende infiziertes Fleisch achtlos wegwerfen. Heimische Schweine stecken sich daran an.

Die Behörde verwies zudem auf eigene Übungen für den Fall eines Ausbruchs, zuletzt im März dieses Jahres. 2020 soll eine Übung mit der Bundeswehr stattfinden. Jäger im Land haben 2019 laut Ministerium 87 erlegte oder tote Wildschweine auf ASP überprüfen lassen. Alle Proben seien negativ ausgefallen, hieß es.