Für die Pegida und ihre Gleichgesinnten ist es Zensur, wenn Zeitungen volksverhetzende Beiträge nicht veröffentlichen. Für die „Netzgemeinde“ ist es Zensur, wenn Bilder, die geklaut wurden, im Filter hängenbleiben. Auch wenn die konkreten Erfahrungen der Deutschen mit der Zensur mittlerweile 30 Jahre her sind, ist es erstaunlich, wie leichtfertig mit dem Zensurvorwurf umgegangen wird. Und offensichtlich grassieren auch in der sich fortschrittlich gebenden „Netzgemeinde“ Verschwörungstheorien vom großen Zensor.

Selbst wenn eine Maschine freie Inhalte blockiert, ist das keine Zensur, sondern eine zufällige Fehlfunktion, die sich korrigieren lässt. Warum soll Youtube nicht Menschen einstellen wie andere Medien auch?

Der Besitz von Urhebern muss geschützt werden. Über die Art und Weise kann gestritten werden. Eine Internetgemeinde, die das Ende des „freien Internets“ verkündet und Zensur beklagt, will aber nicht über die Sache streiten.