Kabul (dpa) l Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat bei einem Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul einen entschlossenen Kampf gegen die Korruption angemahnt.

Es sei wichtig, dass Regierung, Ministerien und Verwaltung bereit seien, den Modernisierungs- und Reformprozess mitzugehen und tatkräftig umzusetzen, sagte die CDU-Politikerin am Montag nach einem Treffen mit Präsident Aschraf Ghani. „Und da ist entscheidend, dass die alten Seilschaften durchbrochen werden, dass jüngeres, gut ausgebildetes, loyales Personal in die Positionen kommt.“ Sie lobte die Bereitschaft des Präsidenten, mit den Taliban Verhandlingen aufzunehmen. Der Konflikt sei militärisch nicht zu lösen.

In der usbekischen Hauptstadt Taschkent sollte am Montagabend eine Konferenz über Wege zu einer politischen Lösung in Afghanistan beginnen. Zum Haupttag am Dienstag wurden Vertreter aus mehr als einem Dutzend Länder erwartet, darunter aus Deutschland der Sonderbeauftragte für die Region, Markus Potzel.

Derzeit stocken Deutschland und die Nato-Länder ihre Truppen in Afghanistan auf. Von der Leyen lobte die Fortschritte der afghanischen Sicherheitskräfte. 60 Prozent des Landes seien intwischen unter Kontrolle.

Die Bundeswehr ist seit mehr als 16 Jahren in Afghanistan im Einsatz, inzwischen nur noch zur Ausbildung der afghanischen Truppen. Am Donnerstag erst hatte der Bundestag die Verlängerung des Einsatzes um ein Jahr beschlossen. Die maximale Truppenstärke wird von 980 auf 1300 Soldaten erhöht.

Kurz vor dem Besuch der Ministerin hatte die afghanische Hauptstadt Kabul keinen Strom, nachdem in der nordafghanischen Provinz Baghlan ein wichtiger Strommast mutmaßlich in die Luft gesprengt worden ist.

Selbst ohne Schäden durch Gefechte und Sabotage hat die Hauptstadt oft stunden- oder tagelang keinen Strom.