Es war ein eherner, mehr als 100 Jahre geltender Grundsatz in der Sozialpolitik: Die Beitragsparität in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Sie war von der damaligen rot-grünen Bundesregierung zum 30. Juni 2005 abgeschafft worden. Seitdem zahlten die Arbeitnehmer über den Zusatzbeitrag zweistellige Milliardenbeträge mehr als die Arbeitgeber ins System ein. Es war ein massiver Einschnitt in die Grundfesten der Sozialversicherung, den viele Sozialdemokraten nicht verwinden konnten.

Die Wiedereinführung der Parität schaffft Vertrauen in den Sozialstaat und entlastet damit Millionen Beitragszahler in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Langzeitwirkung ist dabei nicht zu unterschätzen - die Arbeitgeberseite wird Einfluss darauf nehmen, dass die Ausgaben nicht überdimensoniert wachsen. Und eines dürfte auch klar sein: Bei einer paritätischen Finanzierung macht ein Zusatzbeitrag, der auch von den Arbeitgebern getragen wird, auf Dauer keinen Sinn mehr.