Magdeburg/Berlin l Im Jahr 1979 beginnt die Polit-Karriere des Jakob Maria Mierscheids. Sogar auf Twitter treibt der Parlamentarier sein Unwesen. Zu Gesicht bekommen hat ihn jedoch noch niemand. Wie kann das sein?

Mierscheid ist eine Kunstfigur, erschaffen von den beiden SPD-Bundestagsabgeorrdneten Peter Würtz und Kalr Haehser. Nachdem im Jahr 1979 der Staatsrechlter und SPDler Carlo Schmid verstorben ist, sollte zu seinem Ehren eine kritische Figur die Arbeit im Bundestag, insbesondere die der eigenen Parteigenossen, hinterfragen. Mierscheid wurde geboren.

1933 geboren

Wobei, genau stimmt dies nicht. Nach offiziellen Angaben erblickte die Kunstfigur am 1. März 1933 in Morbach/Hunsrück das Licht der Welt. Er ist katholisch, verheiratet und der Vater von vier Kindern.

Regelmäßig kritisiert Mierscheid die aktuelle Lage der Politik. Am 21. September 2019 twitterte er „Ich bin entsetzt. Die Genossen Scholz und Co. haben nicht verstanden, wie viele Menschen sich mehr erwartet haben. #Klimakabinett #Klimastreik“, und stellte sich gegen die Aussagen von Vizekanzler Olaf Scholz in Bezug zu der Klimapolitik.

Trotzdem wird Mierscheid von vielen seiner Kollegen geschätzt. Am 1. März 2013 gratulierte unter großem Beifall der Bundestagspräsident Norbert Lammert zum 80. Geburtstag. Leider habe sich Mierscheid aus zwingenden Gründen für die damalige Sitzung entschuldigt, hieß es in der Rede.

Wer steckt dahinter?

Wer hinter Jakob Marie Mierscheid steckt, ist allerdings nicht genau bekannt. Für den Schriftwechsel des fiktiven Politikers soll der technische Leiter der SPD-Bundestagsfraktion, Friedhelm Wollner, verantwortlich sein.