Hamburg (dpa) l "Es ist das gute Recht jedes Delegierten, zu sagen, für wen man stimmen will und auch warum. Das gehört zu solch einem Verfahren dazu", sagte Gesundheitsminister Spahn am Donnerstag im Fernsehsender Phoenix. Entscheidend sei allerdings, dass niemand beschädigt werde und die CDU danach noch genauso geschlossen und gut weitermachen könne wie bisher.

Zuvor hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier die Wahlempfehlung von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble für den früheren Unionsfraktionschef Merz als Dammbruch kritisiert und seinerseits dafür geworben, Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Vorsitzenden zu wählen. Die Entscheidung über die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Parteispitze fällt an diesem Freitag auf dem CDU-Bundesparteitag in Hamburg.

Kramp-Karrenbauer will den Wahlempfehlungen von Parteigranden keine entscheidende Bedeutung beimessen. Die Delegierten seien offen und würden sich eine eigene Meinung bilden, sagte sie am Donnerstag beim Besuch eines Kinderkrankenhauses in Hamburg. "Die Zeiten, in denen man Delegierten über noch so prominente Unterstützung sagen konnte, was sie zu tun haben – entweder auf der einen oder auf der anderen Seite -, die sind auch in der CDU ein Stück weit vorbei."