Volksstimme: Horst Seehofer hat angeboten, Reiner Haseloff im Wahlkampf zu unterstützen – wenn gewünscht. Würden Sie sich das wünschen?

Tino Sorge: Bei der Debatte über die Zuwanderung wäre er als Unterstützung im Wahlkampf willkommen. Denn nach meiner Meinung müssen wir über konkrete Obergrenzen nachdenken. Auch was die Ausgetaltung des Länderfinanzausgleichs betrifft, ist er als Partner immer gern gesehen.

Die Kanzlerin ist in Karlsruhe gestärkt worden. Wie lange wird die Harmonie zwischen ihr und der Partei anhalten?

Häufig diskutieren wir vorher sehr kontrovers, um beim Parteitag einen Kompromiss zu finden. Wie jetzt, wo wir beschlossen haben, dass Zuwanderung verringert werden muss. In der Umsetzung wird sich zeigen, ob sich die Flüchtlingszahl erkennbar für die Bürger verringert, etwa durch konsequente Abschiebung. Wir müssen auch über Sozialstandards nachdenken. Es darf keine Anreize für Leute geben, die aus Wirtschaftsgründen kommen.

Jüngere CDU-Politiker haben die Forderung nach Impfpflicht für Kinder duchgesetzt. Drängt der Parteinachwuchs nach vorn?

Wir Jüngeren wollen Verantwortung übernehmen und sind gut vernetzt. Die Impfpflicht liegt mir als Gesundheitspolitiker sehr am Herzen. Wir haben sie gegen andere Meinungen durchgesetzt. In den neuen Bundesländern sind wir diesbezüglich zudem anders sozialisiert als im Westen. Ich bin froh, dass wir uns so Realitäten der globalisierten Welt anpassen.