CDU und FDP haben von der Post massenweise Kundendaten gekauft, um diese gezielt für den Wahlkampf zu nutzen. Das mag nicht illegal sein – fragwürdig aber ist diese Praxis schon.

Es entsteht der Eindruck, dass der Staat (größter Post-Aktionär) den Verkauf sensibler Informationen unterstützt. Schließlich wird jeder Deutsche mit seiner Adresse automatisch in den Post-Datenbanken geführt. Wenn sich die Politik also über den Facebook-Datenskandal echauffiert, muss sie zunächst einmal vor der eigenen Haustür kehren.

Im Internet entscheidet jeder selbst, welche Daten er angibt. Als Nutzer muss man damit rechnen, dass Privates für Werbezwecke abgeschöpft wird. Wer sich Facebook entziehen will, kann das tun. Bei der Post ist das anders: Sie erfasst automatisch Angaben zu Kaufkraft, Alter, Bildung, Wohnsituation oder Familienstruktur. Nur wer schriftlich widerspricht, wird ausgeklammert. Dieser Systemfehler muss behoben werden. Eine Weitergabe privater Daten sollte ohne ausdrückliche Zustimmung stets verboten sein. Wer sammeln will, muss immer um Erlaubnis bitten.