Berlin/Hannover (dpa) l Die Bremer SPD wünscht sich einen zusätzlichen Feiertag für den Stadtstaat – in anderen Bundesländern findet der Vorstoß aber wenig Anklang, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

In Bremen hatte die SPD auf ihrem Landesparteitag Ende März für einen weiteren Feiertag gestimmt und damit auch die Debatte in Niedersachsen wieder angestoßen. Niedersachsen und Bremen gehören mit Hamburg, Berlin und Schleswig-Holstein zu den Ländern mit nur neun Feiertagen. Bayern hat hingegen 13 Feiertage, Baden-Württemberg zwölf. Wegen des Reformationsjubiläums ist in diesem Jahr der 31. Oktober einmalig ein gesetzlicher Feiertag in allen Bundesländern.

Frage der Gerechtigkeit

Bremens SPD-Chefin Sascha Karolin Aulepp sagte der dpa, es sei „auch eine Frage der Gerechtigkeit“, dass ihr Land bei der Zahl der Feiertage zum Süden aufschließe. Beim Datum sei man offen. „Der Reformationstag wäre ebenso möglich wie der Tag der Befreiung am 8. Mai oder der Frauentag am 8. März. Wichtig ist, dass ein breiter gesellschaftlicher Konsens gesucht und gefunden wird.“ Auch in Niedersachsen hegen Politiker der Grünen als auch der CDU Sympathien für einen zusätzlichen Feiertag. Die freie Zeit sei ein Gewinn für Familien, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Anja Piel. Auch Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) hatte sich für einen weiteren Feiertag ausgesprochen. Die SPD will sich nicht festlegen.

Hamburg reagierte ähnlich zurückhaltend. In Schleswig-Holstein hat sich Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) hingegen der Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes für einen zusätzlichen Feiertag angeschlossen. Auch die Partei SSW der dänischen und friesischen Minderheit ist dafür. CDU und FDP sind jedoch dagegen.

Berlins Regierender Bürgermeister und SPD-Chef Michael Müller (SPD) wollte sich zu der Idee aus dem Norden nicht äußern. Das Nachbarland Brandenburg scheint zufrieden mit den Feiertagen. Immerhin ist hier der Reformationstag jedes Jahr ein Feiertag.

Bayern ist Spitzenreiter

Ähnlich sehen es Politiker in Sachsen-Anhalt. Dort gibt es mit dem Reformationstag und dem katholische Feiertag Heilige Drei Könige am 6. Januar insgesamt elf Feiertage. „Wir gehören ja schon zu den Bundesländern mit den meisten Feiertagen“, sagte CDU-Fraktionschef Siegfried Borgwardt. Der Innen- und Rechtsexperte der Grünen, Sebastian Striegel, sagte, man solle eher darüber nachdenken, ob die richtigen Feiertage gefeiert würden. „Wir leisten uns den Luxus katholischer, evangelischer und staatlicher Feiertage.“

Auch Hessen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen lehnen den Extra-Feiertag ab. Klare Ablehnung kommt aus Mecklenburg-Vorpommern.