Erfurt (dpa) l Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekommt Gegenwind der Ärzte für seinen Plan, ihnen mehr Praxis-Sprechstunden für Kassenpatienten vorzuschreiben. Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sagte am Dienstag beim Ärztetag in Erfurt, dies erscheine ihm angesichts der hohen Arbeitslast der meisten Mediziner nur „stimmungsverändernd“. Spahn verteidigte die Pläne, mit denen die Große Koalition Wartezeiten auf Termine verkürzen will. Er ermunterte die Ärzte, sich auch für mehr reine Oline-Sprechstunden zu öffnen.

Vergütung muss geklärt werden

Gefunden werden müsse hierfür auch eine Vergütungsregelung, damit Ärzte für mehr Patienten nicht bestraft würden, sagt der Minister. Die Kassenärzte verlangen vehement mehr Geld. Die gesetzlichen Kassen wiesen dies aber zurück. „Für seine Patienten da zu sein, ist die Kernaufgabe des Arztberufes“, sagte der Vize-Vorstandschef des GKV-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg. „Über die ohnehin gute Vergütung hinaus kann es dafür, dass ein Arzt für den direkten Patientenkontakt zur Verfügung steht, keine Bonuszahlungen geben.“

Der Minister mahnte die Ärzte, man sollte in der Frage, wie schnell gesetzlich Versicherte Termine bekommen, nicht von einen „gefühlten Problem“ reden. Union und SPD wollen die Mindest-Sprechstundenzahl von bisher 20 auf 25 pro Woche erhöhen. Er wisse, dass „die übergroße Zahl“ der Mediziner mehr anbiete, sagte Spahn. Dies solle daher nicht als Generalverdacht empfunden werden, sondern „als eine Ermunterung für diejenigen, die es noch nicht machen“.