Berlin (dpa) l Flüchtlinge aus Kriegsgebieten und Konfliktregionen werden in Deutschland seltener straffällig als Asylbewerber aus friedlicheren Teilen der Welt. Aus dem aktuellen Lagebild "Kriminalität im Kontext von Zuwanderung" geht hervor, dass im vergangenen Jahr zwar 35,5 Prozent aller Flüchtlinge und Asylsuchenden aus Syrien kamen. Unter den tatverdächtigen Zuwanderern lag ihr Anteil aber lediglich bei 20 Prozent. Ähnlich verhielt es sich mit Flüchtlingen aus dem Irak.

Genau umgekehrt ist es mit Zuwanderern aus den Maghreb-Staaten, aus Serbien und aus Georgien. Obwohl 2017 nur 2,4 Prozent der Asylsuchenden aus Marokko, Algerien und Tunesien stammten, lag ihr Anteil an den Zuwanderern, die als Verdächtige ermittelt wurden, bei 9 Prozent.

Vergleich nur eingeschränkt möglich

Bei den aufgeklärten Sexualstraftaten registrierte die Polizei 2017 eine leichte Zunahme der Fälle, in denen Zuwanderer als Täter ermittelt wurden. Ein Vergleich zum Vorjahr ist jedoch aufgrund der Sexualstrafrechtsreform vom November 2016 nur eingeschränkt möglich.

Berücksichtigt man Straftaten nicht, die vor der Reform des Sexualstrafrechts im November 2016 unter den Tatbestand der "Beleidigung auf sexueller Grundlage" fielen, ergibt sich ein Anstieg von 3404 Straftaten auf 3597 Fälle. Im Vergleich zu Zuwanderern anderer Nationalitäten stellte die Polizei bei der Gruppe der Tatverdächtigen aus Afghanistan und Pakistan – zwei Ländern mit rigider Sexualmoral – einen erhöhten Anteil von Straftaten in diesem Deliktbereich fest.