Osnabrück (dpa) l Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt will mittelständischen Unternehmen verstärkt bei einer nachhaltigen, umweltgerechten Digitalisierung helfen. Dank der Digitalisierung gebe es viele neue Möglichkeiten und Geschäftsmodelle, dies müsse aber so gestaltet werden, dass Umwelt, Natur und Klima geschützt würden, sagte der Generalsekretär der Stiftung, Alexander Bonde, am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts in Osnabrück.

Jüngst förderte die Stiftung eine Sensortechnik für den Pflanzenbau, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf den Feldern deutlich reduzieren soll. Entwickelt wurde das System von einer Wiesbadener Firma zusammen mit der Universität Bonn. Es kann auf dem Feld Nutzpflanzen von nicht gewollten Pflanzen unterscheiden, um Unkraut zielgenauer zu entfernen.

In einem anderen Fall geht es um die Vermeidung von Rohstoffverlusten in der Produktion. Ein Computerprogramm soll nachvollziehbar machen, wo genau im Produktionsablauf wie viele Abfälle entstehen. Das Programm ist nach Stiftungsangaben auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen ausgerichtet.

Aufgelegt worden sei auch ein Sonderprogramm für grüne Start-up-Unternehmen mit dem Schwerpunkt Digitalisierung, sagte Bonde. Schließlich wurde zusammen mit dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management aus Hamburg die Plattform "nachhaltig.digital" ins Leben gerufen, die mittelständische Unternehmen beraten und vernetzen soll.

In der Diskussion über die Digitalisierung werde die ökologische Frage bislang häufig noch ausgeblendet, kritisierte Bonde. Einer Meinungsumfrage im Auftrag der Bundesstiftung Umwelt aus dem vergangenen Jahr zufolge bringen fast zwei Drittel der Bundesbürger die Begriffe "Umweltbelastung" und "Umweltschutz" noch gar nicht mit "Digitalisierung" in Verbindung.

Wirtschaftlich stehe die Deutsche Bundesstiftung Umwelt trotz niedriger Zinsen und schwächerem Wachstum noch relativ gut da, sagte Finanzchef Michael Dittrich. 2018 wurden 52,7 Millionen Euro Fördermittel ausgegeben, ein Jahr zuvor waren es 51,4 Millionen. Unterstützt wurden 213 Projekte, 2017 waren es noch 207. Das Stiftungskapital stieg von 2,24 auf 2,28 Milliarden Euro. "Damit erhalten wir nach Abzug der Inflationsverluste den realen Wert des Stiftungskapitals und bleiben trotz extrem niedriger Zinsen und eines sehr schwierigen Kapitalmarktumfeldes ein stabiler und verlässlicher Fördermittelgeber", sagte Dittrich.

Die Organisation ist eine der größten Stiftungen Deutschlands; das Stiftungskapital stammt aus dem Privatisierungserlös der Salzgitter AG. Seit der Arbeitsaufnahme im März 1991 wurden mehr als 9700 Projekte mit rund 1,8 Milliarden Euro gefördert.